Martina Schmidt

Lehrercoaching

Die kleine Pause - Lehrercoaching
#15 Happy teachers change the world

#15 Happy teachers change the world

Mein Buch des Jahres

Mehr oder weniger „zufällig“ bin ich bei diesem Buch gelandet, weil ich den Titel so schön fand. Und dann hat es mich wirklich gepackt!

„Unsere Aufgabe als Lehrkräfte ist nicht einfach nur Wissen zu vermitteln,

sondern menschliche Wesen zu prägen,

damit sie Sorge tragen für unseren kostbaren Planeten“,

schreibt Thich Nhath Hanh in seinem Brief an einen jungen Lehrer.

 

Und das hat mich wieder daran erinnert, warum ich eigentlich Lehrerin geworden bin. Warum dieser Beruf so wichtig und wertvoll ist.

Dieses Buch ist nicht nur eine große Inspiration, sondern gleichzeitig ein richtiges Handbuch der Achtsamkeit. Auf über 300 Seiten beschreiben der Zen-Meister Thich Nhath Hanh und die Pädagogik-Professorin Katherine Weare, wie Achtsamkeit in die Schule gebracht werden kann.

In dieser Podcast-Folge gibt’s für dich:

  • einen Überblick über die Inhalte des Buches
  • Infos zu den beiden Autoren und ihrer Initiative „Wake up schools“
  • ein Praxisbeispiel für eine Achtsamkeitsübung

Kennst du das Buch?

Was ist dein Buch des Jahres?

Schreibe hier einen Kommentar oder komm zum Austauch in die

Viel Spaß beim Zuhören und denk immer dran: 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

 

 

Shownotes:

“Happy teachers change the world” https://amzn.to/37ICEqI

„Wake up schools“: https://wakeupschools.org/

Film: „Happy teachers will change the world” https://www.youtube.com/watch?v=pE6AM-uzp5E

Europäisches Zentrum für Angewandten Buddhismus in Waldbröl: https://www.eiab.eu/

Plumvillage, Frankreich: https://plumvillage.org/

 

Ich möchte regelmäßige Infos und kostenfreien Zugang zu allen Materialien!

Happy teachers change the world – Podcastfolge 15 zum Nachlesen

Happy teachers change the world – Podcastfolge 15 zum Nachlesen

Happy teachers change the world

Heute geht es nicht um irgendeinen Buchtipp, sondern um mein Buch des Jahres!

Gekauft habe ich es mir, weil ich den Titel so schön fand. Einerseits kindlich naiv („happy teachers“) und gleichzeitig ganz schön dick aufgetragen! („change the world“). Ich war also neugierig und habe mir das Buch einfach gekauft.

Und direkt am Anfang hat es mich umgehauen: Es startet nämlich mit einem Brief an einen jungen Lehrer („Letter to a young teacher“). Und darin fand ich diese Sätze:

“Our mission as teachers is not just to transmit knowledge,

but to form human beings,

to construct a worthy, beautiful human race,

in order to take care of our precious planet.”

 

„Unsere Mission / Aufgabe als Lehrkräfte ist nicht einfach nur Wissen zu vermitteln,

sondern menschliche Wesen zu formen / zu prägen,

um eine würdige, wunderschöne Menschheit zu schaffen,

damit sie Sorge tragen für unseren kostbaren Planeten.“

 

Wow!

Das hat mich mitten ins Herz getroffen!

 

Weil es ausdrückt, wie wichtig du und ich als Lehrer und Lehrerin sind.

Weil es sagt, wie groß unsere Verantwortung ist.

Weil es beschreibt, welch unglaublich große Chance wir haben, etwas zu bewegen, einen Unterschied zu machen.

Das hat mich wieder daran erinnert, warum ich eigentlich Lehrerin geworden bin.

Und es hat mich in meiner Einstellung zum Lehren und Lernen bestärkt:

 

Heute reicht es nicht mehr aus, Kindern bloß Wissen zu vermitteln!

Ganz abgesehen davon, dass wir kaum erahnen können,

welches Wissen zukünftige Generationen tatsächlich brauchen werden,

um ihren Alltag zu bewältigen und die Herausforderungen anzupacken,

die auf sie zukommen werden.

 

Das, was unsere Schüler*innen am meisten brauchen,

(vielleicht sogar noch mehr als Wissen),

sind Erwachsene, die wirklich präsent sind.

Erwachsene, die ihnen zeigen und authentisch vorleben, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können.

 

Dabei geht es nicht darum,

den ganzen Tag fröhlich zu sein, (anders als „happy teachers“ es vielleicht suggeriert),

sondern die ganze Bandbreite von Gefühlen wahrzunehmen und ausdrücken zu können.

 

Wie kann das in der Schule gehen?

Wo können wir anfangen?

Genau darum geht es in diesem Buch.

Und damit ist es für mich eins der wichtigsten Bücher zum Thema „Achtsamkeit in der Schule“.

 

Das Autoren-Team

Geschrieben wurde „Happy teachers“ von einem Autoren-Team, bestehend aus Thich Nhath Hanh und Katherine Weare.

Thich Nhath Hanh ist buddhistischer Mönch und einer der am meisten verehrten Zen-Meister unserer Zeit. Er ist 93 Jahre alt und engagiert sich unermüdlich für Menschenrechte und Frieden. 1982 gründete er Plum Village, eine buddhistische Gemeinschaft in Frankreich, in der er seitdem lebt. Mit ihm leben, arbeiten und praktizieren dort über 200 Mönche und Nonnen, die Retreats anbieten, u.a. für Lehrerkräfte.

In Deutschland gründete Thich Nhath Hanh im Jahr 2008 das Europäische Institut für Angewandten Buddhismus in Waldbröl, in der Nähe von Köln/Bonn. Dort fand in diesem Sommer (2019) ein Happy teachers-Retreat statt.

 

Katherine Weare ist ehemalige Pädagogik-Professorin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Achtsamkeit“ in Schulen. ihr geht es darum, soziales und emotionales Lernen sowie mentale Gesundheit und Wohlbefinden in den Schulen zu fördern. Vor allem ist es ihr Ziel, die große Bedeutung und die Wirksamkeit der Achtsamkeitspraxis wissenschaftlich zu belegen.

Durch die Zusammenarbeit dieser beiden Autoren ist das Buch eine gelungene Mischung aus klaren, einfach zu befolgenden Anleitungen für die eigene Achtsamkeitspraxis, Erfahrungsberichten von Lehrkräften, inspirierenden Texten und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Und obwohl es bisher nur in englischer Sprache erhältlich ist, ist es gut zu lesen und leicht verständlich.

 

Die „Wake up schools“-Initiative

Nach den Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Frankreich im Jahr 2005, gab es ein enormes politisches Interesse daran, dass sich die französischen Bildungseinrichtungen auch um die ethisch-moralische Erziehung kümmerten.

„Wir haben dazu einige Vorschläge“, antwortete Thich Nhath Hanh auf diesen Wunsch des damaligen Präsidenten Sarkozy.

Und so wurde in Plum Village das „Happy teachers change the world“-Trainingsprogramm entwickelt. Basierend auf den Achtsamkeits-Retreats, die dort schon seit Jahrzehnten durchgeführt wurden.

Im Jahr 2011 entstand die Initiative „Wake up schools“ mit dem Ziel, Achtsamkeit in Bildungseinrichtungen zu bringen. Von Frankreich aus verbreitete sich diese Initiative in die ganze Welt. In den Retreats wird ein zweiteiliges Trainingsprogramm angeboten, in dem die teilnehmenden Lehrkräfte zuerst selbst grundlegende Achtsamkeitsübungen kennenlernen, erfahren und praktizieren.

Im 2. Teil des Trainings geht es dann darum, wie diese Erfahrungen in den Klassenraum und ins Kollegium gebracht werden können.

Der Inhalt des Buches

Das Buch ist ähnlich aufgebaut wie die „Happy teacher“-Retreats.

Es geht vor allem um die Selbsterfahrung der Lehrer*innen, denn

Wenn du als Lehrer*in nicht glücklich bist, wie kannst du dann erwarten, dass deine Schüler*innen glücklich sind?

 

Aus den Retreats wird oft berichtet, dass die Lehrkräfte mit der Erwartung kommen, Methoden zu lernen, die sie dann direkt an ihre Schüler*innen weitergeben können. Viele sind verblüfft, dass sie erst einmal bei sich selbst anfangen.

Und dass die Übungen so einfach sind!

Es geht nämlich um Atmen, Sitzen, Essen, Gehen, …

Also alltägliche Handlungen, die bewusst und acht-sam durchgeführt werden.

Und auch, wenn die Übungen einfach sind, ist es trotzdem nicht immer LEICHT, dranzubleiben. Sich wirklich zu konzentrieren auf den eigenen Atem oder jeden einzelnen Schritt. Das stellt jeder fest, der die Übungen selbst erprobt.

Dazu gibt es im Buch konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen und z.T. auch Zeichnungen, die es wirklich gut möglich machen, die Übungen selbstständig durchzuführen.

An diese konkreten Übungsanweisungen schließen sich dann Erfahrungsberichte von Lehrer*innen an, die an den Retreats teilgenommen haben.

Außerdem gibt es Tipps für die Umsetzung dieser Übungen im Klassenraum für Schüler*innen aller Altersstufen.

Damit ist das Buch ein richtig gutes Praxisbuch. Und auch sehr interessant für alle, die sich mit dem Schulfach „Glück“ beschäftigen.

 

„Du bist das Wetter in deinem Klassenzimmer!“

Was bringen diese Übungen?

Langfristig geht es darum, dass Lehrer*innen fähig werden,

  • sich zu entspannen
  • wirklich präsent und achtsam zu sein
  • sich zu konzentrieren
  • Mitgefühl zu kultivieren
  • wertschätzend zu kommunizieren
  • echtes Zuhören und Verstehen zu üben

Denn das alles sind Fähigkeiten, mit denen wir unseren Schüler*innen ein echtes Geschenk machen können: Das Geschenk unserer Präsenz.

Es geht nicht darum, Achtsamkeit zu lehren, sondern: sie zu verkörpern. Durch dieses Vorbild lernen unsere Schüler*innen am besten!

Oder, wie es eine Lehrerin einmal so schön formulierte:

„Du bist das Wetter in deinem Klassenzimmer!“

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich dir Lust auf dieses Buch gemacht habe!

Schreib mir gerne in die Kommentare deine Lese-Eindrücke.

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

Und hier gibt’s das Buch:

 

Happy teachers change the world

Ich möchte regelmäßige Infos und kostenfreien Zugang zu allen Materialien!

Die Kunst der kleinen Pause - frische Energie für den Schulalltag

Workshop am 17.11.2020 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Ja, ich/wir möchte(n) mich/uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.