Martina Schmidt

Lehrercoaching

Die kleine Pause - Lehrercoaching
Grenzen setzen. Warum du nicht rund um die Uhr für Eltern erreichbar sein musst

Grenzen setzen. Warum du nicht rund um die Uhr für Eltern erreichbar sein musst

Grenzen setzen

Warum du nicht rund um die Uhr für Eltern erreichbar sein musst

Als Lehrkraft stehst du ständig im Austausch mit anderen. Und ganz leicht kann es da passieren, dass es dir zuviel wird. Dass es keine klaren Grenzen mehr gibt zwischen deiner Arbeitszeit und deiner Freizeit.

Das passiert zum Beispiel dann, wenn

  • Eltern dich zu jeder Tageszeit anrufen
  • Emails der Schulleitung am Wochenende ankommen
  • ständig WhatsApp Nachrichten von Kollegen aufploppen
  • Schüler*innen in der Pause ins Lehrerzimmer stürmen

Die „entgrenzte Arbeitszeit“ ist einer der größten Stressfaktoren in unserem Job.

Wenn du langfristig gesund bleiben möchtest, ist es also enorm wichtig, dass du deine eigenen Grenzen kennst und schützt.

Wenn du anderen klarmachst: „Bis hierhin und nicht weiter“, dann kannst du verhindern, dass andere dich übermäßig vereinnahmen, deine Zeit verbrauchen oder dir schlicht und einfach auf die Nerven gehen.

So weit, so klar.

Trotzdem fällt es vielen von uns unglaublich schwer, sich abzugrenzen.

In Bezug auf die Kommunikation mit Eltern haben zum Beispiel viele Lehrkräfte den Glaubenssatz: „Ein wirklich guter Lehrer ist immer ansprechbar und erreichbar.“ Sich da abzugrenzen, geht nur mit schlechtem Gewissen – oder eben gar nicht.

 

Möchtest du das ändern? Dann sind diese Gedankenanregungen für dich:

  • Was denkst du über Grenzen?
  • Wie legst du deine Grenzen fest?
  • So machst du deine Grenzen klar – Tipps für den Elternabend

 

Was denkst du über Grenzen?

Bevor du dir darüber klar wirst, WELCHE Grenzen du setzen möchtest und WIE du das kommunizierst, ist diese Frage ganz entscheidend.

Dazu ein paar Beispiele:

  • Wenn eine Mutter dich auf dem Parkplatz vor der Schule anspricht, „mal eben“ eine Frage hat: Fällt es dir dann schwer, sie auf später zu vertrösten?
  • Wenn Eltern sich am Samstag per Mail melden: Liest (und beantwortest) sie sofort?
  • Wenn du gefragt wirst, ob du in die WhatsApp-Gruppe der Klasse aufgenommen werden möchtest: Sagst du Ja?

Wie fühlst du dich in solchen Situationen?

Ist es vielleicht so, dass du weißt, was du EIGENTLICH willst, zum Beispiel:

  • schnell nach Hause und das Mittagessen kochen
  • dein Wochenende genießen
  • du möchtest nicht in der WhatsApp-Gruppe ständig bombardiert werden mit Fragen zu Hausaufgaben, lustigen Filmchen …

Und trotzdem fällt es dir schwer, klar zu sagen, wo du deine Grenzen ziehst, was du möchtest und was nicht. Denn dich plagt so ein ein diffuses schlechtes Gewissen. Mir ging das jahrelang so und ich habe mich gefragt, woran das liegt.

Und ich habe folgende Gründe gefunden, die dahinter stecken:

  • Mein Bild vom „guten“ Lehrer: „Ein guter Lehrer ist immer gesprächsbereit!“
  • Ich wünsche mir, dass die Eltern mich mögen
  • Mir liegen meine Schüler*innen am Herzen
  • Meine Kolleg*innen machen das genauso

Erkennst du dich da irgendwo wieder? Vielleicht hast du noch weitere Gründe. Was auch immer DEINE Gründe dafür sind, dich nicht deutlich abzugrenzen, eins weiß ich genau:

Mit diesen Glaubenssätzen befindest du dich auf dem besten Weg in den Burnout. 

Ich finde: Gute Lehrkräfte kennen ihre Grenzen und schützen sie.

Ja, der Austausch mit den Eltern ist total wichtig. Aber nicht zu jeder beliebigen Zeit. Kommunikation braucht Zeit und Ruhe. Wenn du ausgeruht und vorbereitet in ein Gespräch mit den Eltern gehst, haben beide Seiten mehr davon.

Mach dir bewusst: Du bist nicht auf der Welt, um die Erwartungen der anderen zu erfüllen. 

Wenn du das versuchst, bist du wie die Kugel im Flipper-Automaten, die ständig hin- und herflippt und nur re-agieren kann auf die Impulse von außen. Das kannst du nur ändern, wenn du deine Arbeitszeit und deine Freizeit klar voneinander trennst. DU entscheidest, wann du Feierabend hast. Und wenn DU das nicht tust, dann gibt es keinen Feierabend für dich.

Damit ist „Grenzen setzen“ die allererste und allerwichtigste Zeitmanagement-Regel!

Ich habe lange gebraucht, um das wirklich zu kapieren: Ich bin nicht auf der Welt, um die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Und wenn ich das beherzige, geht’s mir viel besser, ich habe viel mehr Energie und Lust, mich den anderen zuzuwenden. Deshalb sind Grenzen wichtig. Letzten Endes profitieren andere davon, dass ich meine Grenzen kenne und schütze. Deshalb muss ich also kein schlechtes Gewissen haben!

 

Wie legst du deine Grenzen fest?

Der nächste Schritt: Finde heraus, wo deine Grenzen liegen.

Ganz wichtig: Deine Grenzen sind DEINE Grenzen. Es kann sein, dass deine Kollegin ihre Grenzen ganz woanders hat. Der eine findet es klasse, alle Telefongespräche mit den Eltern von zu Hause aus zu führen, der andere möchte ihre private Telefonnummer nicht herausgeben. Der eine findet es eine Zumutung, am Wochenende Mails zu bearbeiten. Der andere kann gerade dann gut und konzentriert arbeiten.

Wenn du dir dann überlegst, welche „Spielregeln“ du dir für die Kommunikation mit Eltern wünschst, kannst du dir 3 Fragen stellen: Wo? Wann? Wie?

 

Wo?

Über welche Kanäle möchtest du mit den Eltern kommunizieren?

Hast du eine dienstliche Mailadresse?

Gibst du deine Handynummer heraus?

Bietest du eine Sprechstunde an?

 

Wann?

Zu welchen Zeiten können Eltern dich anrufen? (über das Schultelefon)

Wann bietest du eine Sprechstunde an? (Randstunde oder Springstunde)

Wann beantwortest du Mails? (feste „Schreibtischzeiten“)

 

Wie?

Meine Tipps für dich:

Mails:

  • Falls du (noch) keine dienstliche Mailadresse hast, richte dir ein eigenes Mailkonto für Schulmails ein.
  • Leite dienstliche Mails nicht auf dein Handy weiter
  • Lies und beantworte die Schulmails ausschließlich zu deinen Schreibtischzeiten.

Telefonanrufe:

  • Die Eltern können dich über das Sekretariat der Schule telefonisch erreichen.
  • Du rufst zurück, wenn du Zeit hast.
  • Gib deine Handynummer nur für absolute Notfälle heraus und kläre, was du unter „absolutem Notfall“ verstehst. 

Sprechstunde:

  • Lege dir deine Sprechstunde in eine Rand- oder Springstunde.
  • Eltern melden sich vorab per Mail an und schreiben stichwortartig, was ihr Anliegen ist. So kannst du dich besser vorbereiten und evtl. sogar Materialien bereithalten.

Mein Extra-Tipp: 

Es hilft sehr, wenn ihr in eurem Kollegium an einem Strang zieht!

Sprecht darüber, wie ihr euch die Spielregeln für Kommunikation vorstellt.

 

So machst du deine Grenzen klar – Tipps für den Elternabend

Du hast jetzt hoffentlich Klarheit über DEINE Grenzen gewonnen.

Du weißt, welche Spielregeln du dir für die Kommunikation mit den Eltern wünschst.

Du bist dir auf die Schliche gekommen mit deinem diffusen schlechten Gewissen und konntest das vielleicht sogar ein bisschen ablegen.

Und jetzt kommt der wichtigste Schritt: Mach deine Spielregeln deutlich! Teile sie den Eltern freundlich und bestimmt mit.

Hier gilt das Motto: „Heimliche Wünsche werden un-heimlich selten erhört!“

Wenn die Eltern nicht wissen, wo genau deine Grenzen sind, dann überschreiten sie diese vielleicht ganz ohne böse Absicht. Wenn du zum Beispiel deine Handynummer für Notfälle herausgibst, dann sag auch, was DU unter einem Notfall verstehst! Eben nicht die Frage zu den Hausaufgaben, sondern eher die Mitteilung zum Corona-Verdacht in der Familie.

Mach aus deinen heimlichen Wünschen ganz transparente Spielregeln!

Wenn du immer noch nervös bist und beim Elternabend mit Gegenwind rechnest, dann hilft dir vielleicht folgender Vergleich:

Eltern kennen  das von anderen Berufsgruppen und akzeptieren das da auch problemlos, dass sie nicht jederzeit einen Termin in ihrer Autowerkstatt bekommen können. Sie wissen, dass das Finanzamt feste Sprechstunden hat und nehmen sich sogar extra frei, wenn sie dort etwas klären wollen.

Ihre Kinder sollten den Eltern genauso wichtig sein!

Falls du trotzdem noch ein wenig Herzklopfen hast, nutze eine einfache Embodiment-Technik: „Schultern runter, lächeln, atmen …“

Wie diese Zauberformel funktioniert, kannst du dir hier anhören.

Diese einfache Haltungsänderung wirkt auf dich selbst, und lässt dich ruhiger, geerdeter und sicherer werden.

Und sie verändert deine Ausstrahlung nach außen: Du wirkst locker, entspannt und entschlossen.

Genau die richtige Haltung, um Grenzen zu setzen.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

In diesem Sinne:

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

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„Mit Pause fangen wir an!“ – wie „die kleine Pause“ entstanden ist

„Mit Pause fangen wir an!“ – wie „die kleine Pause“ entstanden ist

 

Mit Pause fangen wir an!“ 

 

„Mit Pause fangen wir an!“ – das war ein typischer Spruch von Mia, der Oma meiner besten Freundin. Als wir klein waren, waren wir oft zu Besuch bei Mia.

Und immer, wenn sie mal wieder einen Berg von Arbeit vor sich hatte, kam dieser Spruch. 

Egal, ob gerade 5 Kilo Erdbeeren zu Marmelade verarbeitet oder 2 große Körbe voll Wäsche gebügelt werden mussten – Mia kochte sich erstmal Kaffee. 

Dann setzten wir uns zusammen auf die Eckbank, sie mit ihrer Tasse Kaffee und wir mit Gläsern voll Johannisbeersaft. „Mit Pause fangen wir an! Wir müssen doch erstmal Kräfte sammeln“, zwinkerte sie uns dann zu. Und danach wurden die Ärmel hochgekrempelt und los! 

Als Kind fand ich das sehr lustig, weil Oma Mia da so ganz anders war als die anderen Erwachsenen. Und ich konnte das natürlich voll verstehen: Wer hätte schon Lust, sich sofort in die Arbeit zu stürzen? Es gab doch soooo viel anderes, schönes, was man machen konnte. Zum Beispiel Kaffee und Johannisbeersaft trinken und sich etwas erzählen. Kräfte sammeln eben.

 

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“

 Die anderen Erwachsenen waren da völlig anders: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ – „Nee, dafür habe ich jetzt keine Zeit. Ich muss erstmal …“ – „Warte mal, ich muss mal eben noch …“ – „Eine Pause muss man sich verdienen!“ 

Leider habe ich im Laufe des Erwachsenwerdens vergessen, wie Mia über Pausen dachte. Und ich habe mir angewöhnt, täglich lange To-Do-Listen anzulegen, die ich erstmal abarbeiten musste – bis ich mir dann ENDLICH eine Pause gönnen konnte.

Weil „Pause machen“ immer der letzte Punkt auf meiner Liste war, fiel genau dieser Punkt oft aus – keine Zeit mehr übrig. Das fand ich zuerst gar nicht so dramatisch. Pausen waren doch eher was für alte Menschen …

 

Im Hamsterrad

Das funktionierte jahrelang ganz gut, ich konnte unglaublich viel arbeiten und war sehr effizient. Schule, Familie, Freunde … alles kriegte ich irgendwie unter einen Hut. Ich fühlte mich zwar meistens sehr unter Druck und war auch unzufrieden, weil ich nicht immer mein ganzes Pensum schaffte. 

Aber EIGENTLICH lief alles wie geschmiert. Dachte ich …

Bis mir mein Körper erst kleine, und dann immer größere Stoppschilder vor die Nase hielt. Und irgendwann gar nicht mehr mitspielte. 

Klingt schlimm, war aber das Beste, was mir passieren konnte! Denn ich hatte Zeit, darüber nachzudenken, was ich da eigentlich mache. Und irgendwann fiel mir auch Mia wieder ein: „Mit Pause fangen wir an!“ Was für eine weise Frau …

 

Kennst Du das auch? 

Du arbeitest und arbeitest, und die Pausen verschiebst Du auf später?

Du musst sie Dir erst verdienen. Und irgendwie kommst Du dann einfach nicht dazu … Zuerst musst Du ja noch den Mathetest nachschauen, das Elterngespräch vorbereiten, mit Deiner Kollegin telefonieren, die Kinder von ihren Freunden abholen, das Abendessen kochen und dann ist ja heute Abend auch wieder der Sportkurs!

Wie schön wäre es da, wenn Du auch einfach sagen könntest: „Mit Pause fange ich an!“

Und zwar nicht nur, um Kräfte zu sammeln, sondern auch, um
zu sortieren: Muss ich das wirklich jetzt machen?“

 

Weißt Du eigentlich, wie wichtig Pausen sind?

Um Dich daran zu erinnern, habe ich „die kleine Pause“
gegründet. 

Hier versorge ich Dich ab jetzt mit ganz viel Inspirationen
rund um kleine Pausen in Deinem Alltag. 

  • Wie, wann und wo kannst Du Pausen machen?
  • Was für ein Pausentyp bist Du eigentlich?
  • Wie kannst Du Pausengewohnheiten in Deinen Alltag
    integrieren

Und natürlich spielst DU auch eine ganz große Rolle!

  • Wie schaffst DU es, in Deinem (Schul-) Alltag die Pausentaste zu drücken?
  • Schreib mir gerne eine Mail mit Deinen Tipps & Tricks!

Hast Du Fragen oder Themen, zu denen Du Dir Beiträge
wünschst? Ich freue mich auf Deine Anregungen!

 

Und denk immer dran: 

Schultern runter, lächeln, atmen …

 

Deine Martina

 

Die Kunst der kleinen Pause -

Aktive Selbstfürsorge durch Embodiment

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

Termin:  auf Anfrage

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

Ja, ich möchte mich/ Wir möchten uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.

Mind full oder mindful? -

Achtsamkeit im (Schul)- Alltag

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

Termin:  30.11.2020, 15-17 Uhr

Ort:  Zoom-Konferenz

Spezialpreis: 20 € pro Person inkl. Materialpaket

Danke an den VBE für die Unterstützung!

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

Ja, ich möchte mich/ Wir möchten uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.

Positive Psychologie -

Stärkung im Schulalltag!

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

(2 Stunden)

Termin:  In Planung (Warteliste)

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

Ja, ich möchte mich/ Wir möchten uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.