Martina Schmidt

Lehrercoaching

Die kleine Pause - Lehrercoaching
Happy teachers change the world – Podcastfolge 15 zum Nachlesen

Happy teachers change the world – Podcastfolge 15 zum Nachlesen

Happy teachers change the world

Heute geht es nicht um irgendeinen Buchtipp, sondern um mein Buch des Jahres!

Gekauft habe ich es mir, weil ich den Titel so schön fand. Einerseits kindlich naiv („happy teachers“) und gleichzeitig ganz schön dick aufgetragen! („change the world“). Ich war also neugierig und habe mir das Buch einfach gekauft.

Und direkt am Anfang hat es mich umgehauen: Es startet nämlich mit einem Brief an einen jungen Lehrer („Letter to a young teacher“). Und darin fand ich diese Sätze:

“Our mission as teachers is not just to transmit knowledge,

but to form human beings,

to construct a worthy, beautiful human race,

in order to take care of our precious planet.”

 

„Unsere Mission / Aufgabe als Lehrkräfte ist nicht einfach nur Wissen zu vermitteln,

sondern menschliche Wesen zu formen / zu prägen,

um eine würdige, wunderschöne Menschheit zu schaffen,

damit sie Sorge tragen für unseren kostbaren Planeten.“

 

Wow!

Das hat mich mitten ins Herz getroffen!

 

Weil es ausdrückt, wie wichtig du und ich als Lehrer und Lehrerin sind.

Weil es sagt, wie groß unsere Verantwortung ist.

Weil es beschreibt, welch unglaublich große Chance wir haben, etwas zu bewegen, einen Unterschied zu machen.

Das hat mich wieder daran erinnert, warum ich eigentlich Lehrerin geworden bin.

Und es hat mich in meiner Einstellung zum Lehren und Lernen bestärkt:

 

Heute reicht es nicht mehr aus, Kindern bloß Wissen zu vermitteln!

Ganz abgesehen davon, dass wir kaum erahnen können,

welches Wissen zukünftige Generationen tatsächlich brauchen werden,

um ihren Alltag zu bewältigen und die Herausforderungen anzupacken,

die auf sie zukommen werden.

 

Das, was unsere Schüler*innen am meisten brauchen,

(vielleicht sogar noch mehr als Wissen),

sind Erwachsene, die wirklich präsent sind.

Erwachsene, die ihnen zeigen und authentisch vorleben, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können.

 

Dabei geht es nicht darum,

den ganzen Tag fröhlich zu sein, (anders als „happy teachers“ es vielleicht suggeriert),

sondern die ganze Bandbreite von Gefühlen wahrzunehmen und ausdrücken zu können.

 

Wie kann das in der Schule gehen?

Wo können wir anfangen?

Genau darum geht es in diesem Buch.

Und damit ist es für mich eins der wichtigsten Bücher zum Thema „Achtsamkeit in der Schule“.

 

Das Autoren-Team

Geschrieben wurde „Happy teachers“ von einem Autoren-Team, bestehend aus Thich Nhath Hanh und Katherine Weare.

Thich Nhath Hanh ist buddhistischer Mönch und einer der am meisten verehrten Zen-Meister unserer Zeit. Er ist 93 Jahre alt und engagiert sich unermüdlich für Menschenrechte und Frieden. 1982 gründete er Plum Village, eine buddhistische Gemeinschaft in Frankreich, in der er seitdem lebt. Mit ihm leben, arbeiten und praktizieren dort über 200 Mönche und Nonnen, die Retreats anbieten, u.a. für Lehrerkräfte.

In Deutschland gründete Thich Nhath Hanh im Jahr 2008 das Europäische Institut für Angewandten Buddhismus in Waldbröl, in der Nähe von Köln/Bonn. Dort fand in diesem Sommer (2019) ein Happy teachers-Retreat statt.

 

Katherine Weare ist ehemalige Pädagogik-Professorin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Achtsamkeit“ in Schulen. ihr geht es darum, soziales und emotionales Lernen sowie mentale Gesundheit und Wohlbefinden in den Schulen zu fördern. Vor allem ist es ihr Ziel, die große Bedeutung und die Wirksamkeit der Achtsamkeitspraxis wissenschaftlich zu belegen.

Durch die Zusammenarbeit dieser beiden Autoren ist das Buch eine gelungene Mischung aus klaren, einfach zu befolgenden Anleitungen für die eigene Achtsamkeitspraxis, Erfahrungsberichten von Lehrkräften, inspirierenden Texten und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Und obwohl es bisher nur in englischer Sprache erhältlich ist, ist es gut zu lesen und leicht verständlich.

 

Die „Wake up schools“-Initiative

Nach den Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Frankreich im Jahr 2005, gab es ein enormes politisches Interesse daran, dass sich die französischen Bildungseinrichtungen auch um die ethisch-moralische Erziehung kümmerten.

„Wir haben dazu einige Vorschläge“, antwortete Thich Nhath Hanh auf diesen Wunsch des damaligen Präsidenten Sarkozy.

Und so wurde in Plum Village das „Happy teachers change the world“-Trainingsprogramm entwickelt. Basierend auf den Achtsamkeits-Retreats, die dort schon seit Jahrzehnten durchgeführt wurden.

Im Jahr 2011 entstand die Initiative „Wake up schools“ mit dem Ziel, Achtsamkeit in Bildungseinrichtungen zu bringen. Von Frankreich aus verbreitete sich diese Initiative in die ganze Welt. In den Retreats wird ein zweiteiliges Trainingsprogramm angeboten, in dem die teilnehmenden Lehrkräfte zuerst selbst grundlegende Achtsamkeitsübungen kennenlernen, erfahren und praktizieren.

Im 2. Teil des Trainings geht es dann darum, wie diese Erfahrungen in den Klassenraum und ins Kollegium gebracht werden können.

Der Inhalt des Buches

Das Buch ist ähnlich aufgebaut wie die „Happy teacher“-Retreats.

Es geht vor allem um die Selbsterfahrung der Lehrer*innen, denn

Wenn du als Lehrer*in nicht glücklich bist, wie kannst du dann erwarten, dass deine Schüler*innen glücklich sind?

 

Aus den Retreats wird oft berichtet, dass die Lehrkräfte mit der Erwartung kommen, Methoden zu lernen, die sie dann direkt an ihre Schüler*innen weitergeben können. Viele sind verblüfft, dass sie erst einmal bei sich selbst anfangen.

Und dass die Übungen so einfach sind!

Es geht nämlich um Atmen, Sitzen, Essen, Gehen, …

Also alltägliche Handlungen, die bewusst und acht-sam durchgeführt werden.

Und auch, wenn die Übungen einfach sind, ist es trotzdem nicht immer LEICHT, dranzubleiben. Sich wirklich zu konzentrieren auf den eigenen Atem oder jeden einzelnen Schritt. Das stellt jeder fest, der die Übungen selbst erprobt.

Dazu gibt es im Buch konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen und z.T. auch Zeichnungen, die es wirklich gut möglich machen, die Übungen selbstständig durchzuführen.

An diese konkreten Übungsanweisungen schließen sich dann Erfahrungsberichte von Lehrer*innen an, die an den Retreats teilgenommen haben.

Außerdem gibt es Tipps für die Umsetzung dieser Übungen im Klassenraum für Schüler*innen aller Altersstufen.

Damit ist das Buch ein richtig gutes Praxisbuch. Und auch sehr interessant für alle, die sich mit dem Schulfach „Glück“ beschäftigen.

 

„Du bist das Wetter in deinem Klassenzimmer!“

Was bringen diese Übungen?

Langfristig geht es darum, dass Lehrer*innen fähig werden,

  • sich zu entspannen
  • wirklich präsent und achtsam zu sein
  • sich zu konzentrieren
  • Mitgefühl zu kultivieren
  • wertschätzend zu kommunizieren
  • echtes Zuhören und Verstehen zu üben

Denn das alles sind Fähigkeiten, mit denen wir unseren Schüler*innen ein echtes Geschenk machen können: Das Geschenk unserer Präsenz.

Es geht nicht darum, Achtsamkeit zu lehren, sondern: sie zu verkörpern. Durch dieses Vorbild lernen unsere Schüler*innen am besten!

Oder, wie es eine Lehrerin einmal so schön formulierte:

„Du bist das Wetter in deinem Klassenzimmer!“

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich dir Lust auf dieses Buch gemacht habe!

Schreib mir gerne in die Kommentare deine Lese-Eindrücke.

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

Und hier gibt’s das Buch:

 

Happy teachers change the world

Ich möchte regelmäßige Infos und kostenfreien Zugang zu allen Materialien!

Schultern runter, lächeln, atmen

Schultern runter, lächeln, atmen

Schultern runter, lächeln, atmen

Diesen Spruch kennen alle treuen Podcast-Hörer*innen ja schon: er ist meine Verabschiedung am Ende jeder Podcast-Episode.

Diesen Spruch möchte ich heute mal genauer unter die Lupe nehmen. Er ist nämlich soviel mehr als ein Spruch!

„Schultern runter, lächeln, atmen“ – das ist ein Motto für mich, fast schon ein Mantra. Und manchmal wirkt er wie eine Zauberformel.

Wie bin ich zu dieser Zauberformel gekommen? Und warum wirkt sie eigentlich so gut?

Ich habe diese Formel gar nicht selbst erfunden, sondern ich habe sie geklaut!

Von einer WDR-Journalistin, deren Namen ich nicht einmal mehr kenne. Sie beendete nämlich jede ihrer Reportagen mit dem Satz „Schultern runter, lächeln, atmen“.

Und jedes Mal beim Hören habe ich mich ertappt: Ich hatte meine Schultern hochgezogen, meine Stirn gerunzelt, und mein Atem ging flach – manchmal atmete ich gar nicht!

Jedes Mal musste ich schmunzeln, und habe mich dann selbst korrigiert: die Schultern gelockert, die Mundwinkel hochgezogen und tief in den Bauch geatmet. Und erlebt, wie diese 3 Veränderungen ein so viel besseres Körpergefühl gaben.

 

Kleine Veränderung – große Wirkung!

Und weil es so einfach war und so viel bringt, habe ich dann das Mantra „Schultern runter, lächeln, atmen“ fest in meinen Alltag integriert.

Als Mini-Mini-Pause.

In der Schule vor anstrengenden Unterrichtsstunden, am liebsten, bevor ich in den Klassenraum gehe.

Vor einem schwierigen Gespräch, oder einfach „unauffällig“ in der Konferenz, …

Schalter umlegen: Stress raus – Entspannung rein.

Funktioniert super bei mir!

Warum? Was bewirken diese 3 Erinnerungen?

„Schultern runter“

Wenn du dich gestresst fühlst, verkrampft sich dein ganzer Körper automatisch. Und gerade die Schultern tragen dabei oft die meiste Last.

Das ist reiner Selbstschutz: Du ziehst die Schultern hoch und damit den Kopf ein wegen einer gefühlten Bedrohung. Das kann ein Elterngespräch sein genauso wie der Arbeitsberg auf deinem Schreibtisch oder der Zeitdruck im Unterricht, …

Diese Anspannung, das Schultern-hochziehen, wird irgendwann zur Angewohnheit, auch wenn die „Bedrohung“ gar nicht da ist. Du bekommst Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, …  und das ist dann echter Stress für deinen Körper. Ein Teufelskreis.

Es geht aber auch umgekehrt:

Wenn du bewusst die Schultern lockerst, bekommt dein Gehirn das Körpersignal „Alles ok“. Und so kannst du raus aus dem Stress-Modus.

„Lächeln“

Normalerweise lächeln wir automatisch, wenn wir glücklich sind. Das Gehirn meldet „ich bin glücklich“ und funkt ein entsprechendes Signal: „Mundwinkel hochziehen!“.

Toll ist, dass das auch umgekehrt funktioniert: Wenn du lächelst, bekommt dein Gehirn die Information: „Ich bin glücklich, mir geht’s gut.“ Und dein ganzes System reagiert darauf positiv.

Du kannst dich also selbst aus einem Stimmungstief herausholen, indem du bewusst lächelst.

Forschungen belegen, dass das Gehirn zwischen dem „unechten“ Lächeln und dem echten Lächeln nicht unterscheiden kann. Und so setzen schon nach ein paar Minuten Lächeln die positiven Effekte ein:

  • der Stress wird abgebaut
  • der Herzschlag beruhigt deutlich schneller (als bei gerunzelter Stirn oder normalem Gesichtsausdruck)
  • gesteigerte Kreativität, Denk- & Merkfähigkeit
  • das Immunsystem wird angekurbelt
  • das Schmerzempfinden verringert sich

Eine weitere tolle Nebenwirkung des Lächelns:

Wenn zu einer Aufgabe ein positiver Körperausdruck kommt, bewerten wir die Aufgabe automatisch positiver. Wenn du also am Schreibtisch vor einem Stapel Mathe-Arbeiten sitzt, kannst du bewusst lächeln, um dir die Arbeit zu erleichtern.

Das fällt nicht immer leicht, deshalb hilft dir vielleicht der Bleistift-Trick (aus der Doppel-Episode mit Lisa Mestars)

Klemm dir einen Bleistift zwischen die Zähne, während du arbeitest.

Damit zwingst du dich zum Lächeln.

Lächeln hat noch einen schönen Effekt:

Wenn du lächelst, lächeln andere zurück. Es liegt an den Spiegelneuronen, dass wir gar nicht anders können.

So kommt deine positive Stimmung direkt zu dir zurück. Und vielleicht löst du sogar eine Welle des Lächelns aus – im Lehrerzimmer, auf dem Schulflur, …

 

„Atmen“

So viele Sprichwörter ranken sich um den Atem: „Mir bleibt die Luft weg!“ – „Da musste ich erstmal nach Luft schnappen!“

Diese Aussprüche machen ganz deutlich, wie der Körper auf Stress reagiert: Wir atmen flacher oder halten sogar die Luft an.

Wenn du nicht bis in den Bauch atmest oder flach und hektisch ein- und ausatmest, schaukelt sich das Stressempfinden weiter hoch.

Dein Körper wird nicht mit genügend Sauerstoff versorgt, außerdem atmest du auch das CO2 nicht richtig aus. Dadurch lässt deine Gehirnleistung nach. Das alles ist besonders dann schlecht, wenn du gerade in einer Situation steckst, in der du eigentlich einen kühlen Kopf brauchst.

Zum Beispiel, um Prioritäten zu setzen: erst das Abendessen kochen oder erst den Unterricht vorbereiten?

Dein Atem spiegelt also direkt wider, wie es dir geht.

Und die gute Nachricht ist:

Der Atem ist die einzige Funktion des vegetativen Nervensystems, die du bewusst steuern kannst! Du hast keinen Einfluss auf deinen Herzschlag und deine Verdauung, aber du kannst bewusst langsamer atmen.

Und dann passiert etwas ganz ähnliches wie beim bewussten Lächeln:  dein ruhiger Atem meldet dem Gehirn „Alles ok.“ Und so wird Entspannung möglich.

Du kannst deinen Atem als Anker nutzen, genauso wie es auch im Yoga und bei der Meditation geschieht. Du fokussierst dich damit auf deinen Körper, beruhigst dich selbst und kommst im Moment an.

Um dich aus einer stressigen Situation „herauszuatmen“, kann es hilfreich sein, wenn du beim Ein- und Ausatmen zählst. Dabei sollte beides mindestens gleich lang sein. Besonders gut ist es, wenn du die Ausatmung etwas verlängerst. Dadurch bekommt dein Körper ein stärkeres Entspannungs-Signal.

Diese bewusste, langsame, tiefe Bauchatmung kannst du immer und überall üben und nutzen: in der Konferenz, aber auch beim Fernsehen und beim Autofahren.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Und denk immer dran:

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

 

 

 

 

 

 

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Termin:  auf Anfrage

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Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

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Termin:  30.11.2020, 15-17 Uhr

Ort:  Zoom-Konferenz

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Danke an den VBE für die Unterstützung!

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

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(2 Stunden)

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Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

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