Die kleine Pause - Lehrercoaching
Pausen-los durch den Schultag?

Pausen-los durch den Schultag?

Pausen-los durch den Schultag?

Warum wir pausenfreundliche Schulen brauchen

Lass uns eine Revolution starten: Die Revolution von der pausenfreundlichen Schule!

Warum ist mir dieses Thema so wichtig?

Ich weiß: Nur, wenn ich voller Energie bin, kann ich die Lehrerin sein, die ich gerne sein möchte.
Nur wenn ich einen klaren Kopf habe, kann ich meine Schüler:innen so begleiten, dass ich am Ende des Tages stolz auf mich bin.

Dafür brauche ich Pausen. Eigentlich logisch, oder?

Und doch weiß ich, dass es in den meisten Schulen ist fast unmöglich, Zeit zu finden für erholsame Pausen.

Ich möchte das gerne ändern.

Wenn du den Podcast regelmäßig hörst, dann hast du von mir schon viele Anregungen bekommen, wie du Pausen in deinen Schultag integrieren kannst. (Schau mal unten in den Shownotes!)

Bei der pausenfreundlichen Schule geht’s aber nicht mehr nur um dich, dein Know-How über effektive Pausen. Um deine klare Absicht, im fordernden Schulalltag gut auf dich zu achten.

Das alles ist sehr wichtig, und mindestens genauso wichtig sind auch die Rahmenbedingungen deiner Schule, damit du überhaupt Zeit und Raum findest für deine Pausen!

Denn es ist verdammt anstrengend – und vielleicht sogar unmöglich, gut für dich zu sorgen, wenn dein Umfeld das nicht fördert oder zumindest respektiert.

Viele von uns erleben ihren Arbeitsplatz in der Schule aber eben genauso – sie haben ein schlechtes Gewissen, sich in dem ganzen Trubel einfach mal ein paar Minuten hinzusetzen und ihr Brot in Ruhe essen. Viele schaffen es ja noch nicht einmal, in Ruhe zur Toilette zu gehen. Und manche verstecken sich sogar, um mal ein bisschen Ruhe zu haben.

Und ich war in den letzten 10 Jahren auch an mindestens 100 Schulen unterwegs, die zwar schön gestaltet sind in Bezug auf die Schüler:innen – die aber nicht einmal die grundlegendsten Bedürfnisse von uns Lehrkräften erfüllen.

Ich finde, das muss sich unbedingt ändern! Deshalb sage ich: Wir brauchen endlich pausenfreundliche Schulen.

So eine Revolution kann ich nicht alleine starten. Ich brauche dich und ganz viele andere Kolleg:innen, die genauso überzeugt sind, dass das wichtig ist.
Um dich für die pausenfreundliche Schule zu begeistern, stelle ich erstmal die grundlegende Frage:

Warum sind Pausen im Schulalltag denn soooo wichtig? Unverzichtbar?
Reicht es denn nicht auch, wenn wir uns mittags / nachmittags nach der Schule ausruhen? Oder am Wochenende?

Zuerst einmal: Was meine ich überhaupt mit Pause?

Pause ist ja eigentlich die Zeit, in der etwas ruht, nicht stattfindet oder nicht getan wird.
Pause, das heißt: Zeit für Regeneration, Abschalten, Umschalten, Nichtstun.

Morgens in der Schule gibt’s ja jede Menge Pausen – aber das echte Pausenfeeling gibt‘s nur für unsere Schüler:innen

Für uns Lehrer:innen bedeutet „Pause“ im schulischen Kontext erstmal einfach nur:„Die Zeit zwischen zwei Unterrichtsstunden – vom Klingeln am Ende der einen Stunde bis zum Klingeln, das den Beginn der nächsten Stunde ankündigt.“

Mit viel Glück kannst du als Lehrerin in dieser Zwischenzeit ein bisschen was unterbringen, was deiner Erholung und Regeneration dient.
Deshalb sage ich:

Schulpausen sind eine Mogelpackung!

Nicht überall, wo Pause draufsteht, ist auch Pause drin.

Und ich wollte mal wissen, ob ihr das genauso erlebt wie ich. Deshalb habe ich eine Umfrage gestartet:Was tust du am häufigsten in deiner Schulpause?

Fast 500 Kolleg:innen haben teilgenommen, das  Ergebnis siehst du hier:

Schulpausen

 

„Entspannen“ – der eigentliche Sinn von Pause – landet auf Platz 10!
Ganz vorne: Aufsicht führen, Gespräche mit SuS, Kopieren und Raumwechsel. Zum Glück auch Toilettenbesuch, Essen & Trinken.

Entspannen auf Platz 10 … Schulpausen haben definitiv nichts zu tun mit Regeneration, Abschalten, Umschalten, Nichtstun.

Das Problem: Die meisten akzeptieren das einfach so. Sie nehmen es wie eine unveränderliche Tatsache hin: So ist Schule halt. Den anderen geht’s auch nicht besser. Das muss man eben aushalten. Dann spare ich mir das Ausruhen halt fürs Wochenende auf.

Oder wir vergleichen uns mit Leuten, die in anderen Berufen arbeiten und da auch nicht ordentlich Pause machen können.

Oder es wird das Arbeitsrecht zitiert, das tatsächlich aussagt, dass uns eine Pause erst nach 6 Stunden Arbeitszeit zusteht. Wenn ich also um 7 Uhr in der Schule starte, dürfte ich rein rechtlich erst um 13 Uhr meine erste Pause einlegen.

Unterrichten ist nicht irgendein Job, sondern eine extrem anspruchsvolle Arbeit, bei der du permanent hochkonzentriert sein musst. Nicht umsonst wird diese Tätigkeit mit der Arbeit von Fluglotsen verglichen – denn ebenso wie ein Fluglotse bist du die ganze Zeit aufmerksam und triffst wichtige Entscheidungen: Hier mal eine Untersuchung dazu:

„Lehrerinnen und Lehrer haben in einer Unterrichtsstunde bis zu 200 Entscheidungen zu treffen und dabei im Durchschnitt 15 „erzieherische Konfliktsituationen“ zu meistern. Bei fünf Unterrichtsstunden sind das ungefähr 1000 Entscheidungen und 75 erzieherische Konflikte.“

Wahnsinn, oder? Da passt der Vergleich mit den Fluglotsen.

Aber in Bezug auf Pausen gibt’s da einen wesentlichen Unterschied:

Fluglotsen dürfen maximal zwei Stunden am Stück arbeiten und müssen danach eine halbe Stunde Pause einlegen – die zählt als Arbeitszeit.

Dass wir nicht verpflichtet sind, genau so häufig Pausen einzulegen – ja, dass es überhaupt nicht vorgesehen ist für uns, das spiegelt wider, wie wenig Wertschätzung für die hochkomplexe Tätigkeit des Unterrichtens da ist.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob die Unterrichsstunde gut läuft und du mit deinen SuS in einen richtigen Flow kommst – oder ob es eine von den Stunden ist, in denen alles schief geht und deine SuS nerven – beide Varianten sind hochkomplex und anspruchsvoll.
Und dein ganzes Nervensystem braucht nach einem Flow ebenso dringend eine Pause wie nach einer Fruststunde.
Pausen sind kein unnötiger Luxus.

Aber bekommst du die Pause? In der Regel nicht.

Wenn wir nach einer oder zwei Stunden Hochkonzentration rauskommen aus dem Klassenzimmer, geht’s für uns genauso anstrengend weiter: Um uns herum ist es weiterhin laut, wir sind pausenlos in Interaktion mit anderen, müssen reagieren, antworten, entscheiden und organisieren.
Psychologe Michael Mehrgardt hat beschrieben, was mit uns passiert, wenn das stundenlang aushalten müssen:

„Crowding“ führt zu einer andauernden sensorischen Überstimulation, welche die physiologischen Parameter nachhaltig in die Höhe treibt. Der Lehrer kann sich diesem nicht entziehen, auch „Pausen“ finden in Ansammlungen von Menschen statt. Dies erfordert ständige physische, psychische und geistige Arbeit und verbraucht Energie.“

Um in so einem Schulalltag zu überleben, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als unsere Körperwahrnehmung abzuschalten. Wir fühlen dann gar nicht mehr, wie es uns geht, dass wir müde sind, genervt, angespannt. Erst mittags oder nachmittags, wenn wir nach Hause kommen, sind wir total erschöpft, wollen am liebsten nur noch schlafen.

Das alles sind keine persönlichen Befindlichkeiten oder die Wahrnehmung einzelner Lehrer:innen.

 Studien zeigen, dass sich über 80% der der Lehrkräfte stark belastet fühlen durch die fehlende Möglichkeit, sich in der Schulpause zu erholen.

Einer von TIESLER, BERNDT, STRÖVER u. SCHÖNWÄLDER, u.a. 2002a durchgeführten Untersuchung zufolge steigt in den Pausen die Pulsfrequenz von Lehrkräfte sogar an- ein klares Anzeichen für die hohe psychophysische Belastung in Schulpausen.

Pausen-los durch den Schultag -was passiert da mit mir?

Ich mache einen anstrengenden und anspruchsvollen Job.

Ich habe keine oder wenig Möglichkeiten, im Rahmen meiner Arbeitszeit angemessene Pausen zu machen.

Das führt dazu, dass meine Anspannung im Laufe eines Schulmorgens immer mehr steigt.

Das hat kurzfristig und langfristig Auswirkungen auf meine Gesundheit:

Stresserkrankungen sind laut WHO die Gesundheitsgefahr Nr. 1.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Migräne, Schlafstörungen, Tinnitus, Burnout, … das ist eigentlich schon dramatisch genug.

Und was mindestens genauso dramatisch ist:

Wenn wir im Stressmodus sind, dann sind wir nicht lösungsorientiert. Dann sind wir nicht wirklich offen für unsere Schüler:innen. Dann sind wir nicht in der Lage, flexibel und vielleicht sogar mit Humor auf all das zu reagieren, was uns so im Laufe eines Schultages begegnet.

Kurz gesagt: Wenn ich in meinem Schultag keine Pausen machen kann, dann kann ich nicht die Lehrerin sein, die ich sein möchte.

Leute, unser Job ist nicht irgendein Job!

Auch, wenn dir das vielleicht nicht jeden Tag bewusst ist: Mit deinem Unterricht gestaltest du die Zukunft mit!
Die Art und Weise, wie du mit deinen Schüler:innen umgehst, ob und wie du sie inspirierst, das wird sie prägen.
Ganz nach meinem Leitspruch „Happy teachers change the world“.

Das ist eine riesengroße Verantwortung, die du trägst. Die wir da alle gemeinsam übernommen haben, als wir diesen Job gewählt haben. Und wenn uns das wirklich klar ist, welche große Chance darin liegt, wenn wir unsere Arbeit voller Energie machen, dann ist doch auch klar, dass wir uns für pausenfreundliche Schulen stark machen müssen! Dass wir aufhören müssen zu glauben, dass Pausen in unserem Schultag keinen Platz haben.

Was meine ich mit pausenfreundlicher Schule?

Eine pausenfreundliche Schule

… ist ein Lebensraum, an dem ich mich wohlfühle

… ist ein Ort, an dem meine grundlegenden Bedürfnisse respektiert werden

… ist eine Gemeinschaft, in der der Wert von Pausen geschätzt wird

… versteht Pausen als einen selbstverständlichen Bestandteil des Schulmorgens

… hat Zeiten und Räume für erholsame Pausen

… und bestimmt noch vieles mehr!

 

Und nun? Wie starten wir die Revolution?

Jetzt hast du vielleicht bis hierher gelesen und denkst: Na toll, meine Schule ist überhaupt nicht pausenfreundlich. Wie soll ich das jemals ändern?

Oder du sagst: Na klar, an meiner Schule fühle ich mich richtig wohl. Da passiert schon ganz viel Pausenfreundliches.

Egal, wie’s bei Dir aussieht: Ich brauche Dich! Deine Fragen, deine Ideen, deine guten Beispiele. Ich möchte von dir wissen: Was nervt dich? Was würdest du gerne ändern? Was wünschst du dir? Und wo gibt’s Vorbilder?

Ich habe da schon einige Ideen, wie unsere wir unsere Schulen pausenfreundlicher gestalten können.

Wir könnten nachdenken über die Räume, die wir brauchen. Über die Unterrichts- und Pausenzeiten. Über die Absprachen zu Arbeitszeiten, die wir in unserem Team treffen. Und bestimmt noch über vieles andere.

Das alles kann ich mir gar nicht alleine ausdenken. Und ich bin sicher, dass es an vielen Schulen auch schon richtig gute Ideen und Konzepte dazu gibt.

Deshalb möchte ich dich und hoffentlich ganz, ganz viele andere Kolleginnen einladen zu einem

Online-Ideencamp zum Thema „Pausenfreundliche Schule“.

Wir treffen uns per Zoom am Samstag, den 30.4.2022 von 11-13 Uhr, um Ideen zu sammeln und auszutauschen. Um Fragen zu stellen und uns zu vernetzen.

Wenn dich das Thema „Pausenfreundliche Schule“ anspricht, dann bist du auf jeden Fall richtig!
Hast Du Lust, dabei zu sein? Dann schreib mir eine Mail an martina@diekleinepause.de mit dem Betreff „Pausenfreundliche Schule“. Dann bekommst du alle weiteren Infos.

Lass uns gemeinsam eine Revolution starten! Lass uns die Idee von der pausenfreundlichen Schule raustragen in unsere Schulen, damit wir alle unseren Job so machen können, dass wir am Ende des Tages richtig stolz auf uns sind!

Denn das ist das Wichtigste, was wir unseren Schüler:innen mitgeben können: Wir können ein Vorbild dafür sein, gut auf uns selbst achten, in dieser Welt, die sich immer schneller dreht.

Bist du dabei? Wir brauchen dich.

 

Happy teachers change the world!

 

Deine Martina

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#6 Schultern runter, lächeln, atmen

#6 Schultern runter, lächeln, atmen

Schultern runter, lächeln, atmen

Meine Zauberformel für die kleine Pause

Und so viel mehr als ein Spruch oder Motto!

In dieser Folge erfährst du, was in deinem Körper passiert, wenn du die Schultern lockerst, lächelst und atmest. Diese drei Dinge haben tatsächlich eine erstaunliche Wirkung auf dein Wohlbefinden!

Außerdem verrate ich dir, wie du dieses Entspannungs-Mantra in deinen Schulalltag integrieren kannst, um dich gegen stressige Situationen zu wappnen, nervige Schreibtischarbeiten durchzustehen und sogar die Stimmung in deinem Kollegium positiv zu beeinflussen.

Viel Spaß beim Ausprobieren und denk dran:

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

Hunger, Durst & Co. am Schulmorgen

Hunger, Durst & Co. am Schulmorgen

Hunger, Durst & Co. am Schulmorgen

Heute geht es um ganz menschliche Bedürfnisse und um die Frage, ob du es schaffst, am Schulmorgen gut für deinen Körper zu sorgen.

Essen & Trinken sind total wichtig, um dich gesund und fit durch den anstrengenden Schultag zu bringen. Das weißt du natürlich! Und ich bin sicher, dass du dich bestens auskennst mit gesunder Ernährung.

Die Frage ist nur: Schaffst du es auch in der Schule darauf zu achten, was du isst und ob du ausreichend trinkst? Denn selbst dann, wenn du dir das fest vornimmst, kommen doch immer wieder Dinge dazwischen.

Wenn du daran etwas ändern möchtest, dann werde dir erstmal klar über deine Ess- & Trinkgewohnheiten.

Bist du …

  • der gemütliche Typ?
  • der vergessliche Typ?
  • der Hangry-Typ?

Der gemütliche Typ

Wenn du eher der gemütliche Typ bist, dann isst du in der Pause wahrscheinlich in aller Ruhe dein mitgebrachtes Brötchen und genießt den Kaffee dazu. Außerdem greifst du auch gerne bei den Süßigkeiten zu, die im Lehrerzimmer ja gerne mal rumstehen.

Vielleicht hast du ein schlechtes Gewissen, dass du naschst. Aber dann denkst du dir, dass du einfach Nervennahrung brauchst, um die nächsten Unterrichtsstunden durchzustehen.

Du merkst vielleicht zwischendurch, dass du dich ein bisschen vollgestopft und schlapp fühlst. Aber du kannst einfach den Schokoladen und Keksen nicht wiederstehen…

Der vergessliche Typ

Vielleicht bist du aber auch jemand, der das Essen und Trinken vergisst. Dann hast du dir gar kein Pausenbrot vorbereitet. Oder du hast zwar etwas Leckeres dabei, aber irgendwie kommst du einfach nicht zum Essen. Du musst erst noch zum Kopierer, das Gespräch mit einer Kollegin zwischen Tür und Angel führen, das aufgeschürfte Knie eines Kindes in der Pause verpflastern, und und und.

Du merkst zwar zwischendurch immer wieder mal, dass dein Magen knurrt oder dass dein Mund ganz trocken ist. Aber du findest einfach nicht die Zeit, etwas dagegen zu tun. Oder du hast nichts greifbar, was den Hunger und Durst stillt.

Im Laufe eines Schultages bekommst du dann vielleicht Kopfschmerzen und fühlst dich schlapp oder auch ganz hibbelig. 

Der Hangry-Typ

Ich gehöre zu den gefürchteten Hangry-Typen! Hangry ist ein Kunstwort aus „hungry“ und „angry“, das erklärt wahrscheinlich schon alles.

Wenn ein Hangry-Typ Hunger hat, muss er sofort etwas essen – sonst kann er sehr ungemütlich werden … Gar nicht schön für Kolleg*innen und Schüler*innen. Aber auch nicht für den Hangry-Typ selbst, denn wenn der Hunger kommt, wird das gegessen, was greifbar ist.

Im Laufe eines Schultages macht so ein Hangry-Typ unter Umständen eine ganze Menge Stimmungsschwankungen durch. Außer, er oder sie hat vorab gut für das richtige Essen gesorgt.

 

Kleine Bestandsaufnahme: Wie sieht es denn aus mit dem Essen und Trinken in der Schule?

Ein Blick in die Lehrerzimmer …

In den meisten Lehrerzimmern gibts es ein buntes Süßigkeiten-Buffet aus Keksen, und Schokolade. Alles, was die Lust auf Süßes mal schnell zwischendurch befriedigt. Und die ist groß, wenn der Stress groß ist!

Zucker ist eben Nervennahrung. Und viele von uns greifen dann auch zu, obwohl sie es besser wissen (müssten). Es ist einfach zu verlockend!

Die Kaffeemaschine gehört zur Grundausstattung in jedem Lehrerzimmer. Tee ist dann schon eher selten im Angebot, weil die Pausen oft zu kurz sind, um den Tee in Ruhe ziehen zu lassen.

Koffein, Tein und auch Zucker helfen aus über kleinen Leistungstiefs heraus und mobilisieren neue Energien. Das ist erstmal positiv und wird auch gerne genutzt, weil wir dann 6 Unterrichtsstunden (oder mehr) durchpowern können. Negativ ist aber, dass uns diese Stoffe darüber hinwegtäuschen, wie es uns eigentlich geht.

Außerdem ist unser Körper die ganze Zeit mit dem Gegensteuern beschäftigt, wenn wir zuviel Zucker und Koffein zu uns nehmen: Insulinspiegel, Pulsfrequenz und Blutdruck müssen reguliert werden.

Also: Essen und Trinken haben großen Einfluss darauf, wie du durch den Schultag gehst. Vor allem Hunger und Durst bedeuten zusätzlichen Stress für deinen Körper!

 

Mehr Power für deinen Schultag durch richtiges Essen und Trinken: Tipps

Um die Pausengewohnheiten im Lehrerzimmer umzukrempeln, braucht es ein paar Absprachen. Aber sicher gibt es auch andere Kolleg*innen, die gerne etwas ändern möchten. Und der Aufwand hält sich in Grenzen.

Wie wäre es, im Lehrerzimmer zusätzlich zum Kaffee etwas anderes bereit zu halten? Ihr könntet zum Beispiel einen Sprudelautomaten anschaffen oder einen Tee-Kochdienst einführen.

An manchen Schulen werden Sprudelautomaten sogar vom Wasserwerk angeboten und können dann auch von den Schülerinnen und Schülern genutzt  werden.

Ein Mitbringbüffet im Lehrerzimmer ist auch eine tolle Sache! Jeder bringt etwas mit: Rohkostschnitze, Käsewürfel, kleine Tomaten, … Und daraus entsteht jeden Tag eine andere, bunte Auswahl mit gesunden Kleinigkeiten. Da macht das Zugreifen richtig Spaß! Und noch dazu entstehen manchmal schöne Gespräche über das Mitgebrachte, wenn es zum Beispiel Obst aus dem eigenen Garten ist.

Tipp für das Essen im Klassenzimmer:

Leg dir einen kleinen Hamstervorrat in deinem Pult an, mit Snacks, die dir gut tun und dich richtig satt machen. Am Besten nimmst lange haltbare Lebensmittel wie z.B. Studentenfutter.

Tipp für das Trinken im Klassenzimmer:

Trinken ist enorm wichtig für deine Leistungsfähigkeit, denn unser Körper besteht zu etwa 70% aus Wasser! Gerade die wasserreichsten Organe reagieren ganz empfindlich auf Flüssigkeitsmangel: Wenn du nur 2% zu wenig Wasser in deinem Körper hast, fühlst du dich schlapp. Das Durstgefühl kommt oft erst deutlich zu spät, nämlich erst bei einem Flüssigkeitsmangel von 5 bis 10%!

Um deine Energie zu behalten und auch deine Stimme zu pflegen, solltest du also schon trinken, bevor du durstig bist. Falls es an deiner Schule ein Trinkverbot im Unterricht gibt: Setz dich dafür ein, dass dieses Verbot aufgehoben wird! Davon profitieren nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schüler*innen!

Um dich regelmäßig an das Trinken zu erinnern, kannst du dir an verschiedenen Stellen im Klassenzimmer und in der Schule Getränke bereitstellen: eine Sprudelflasche, eine Karaffe mit Wasser oder eine Thermoskanne mit deinem Lieblingstee.

 

Ich muss mal …

Hand auf’s Herz: Gehst du in der Schule zur Toilette, wenn du musst?

Immer wieder erzählen mir nämlich Lehrkräfte, dass sie am Schulmorgen nicht zur Toilette gehen können und sich das regelrecht verkneifen. Sie finden entweder nicht die Zeit dafür oder haben Probleme wegen der Aufsichtspflicht.

Manche haben sich sogar das Trinken am Morgen abgewöhnt, damit sie erst gar nicht zum stillen Örtchen müssen.

Menschliche Grundbedürfnisse so zu unterdrücken, das kann nicht gesund sein!

Deshalb hier 2 Tipps für dich:

  • Nimm den Arbeitsdruck aus den Pausen heraus. Wie das gehen kann? Hör dazu gerne nochmal rein in die Podcast-Folge #2: Den Schulmorgen entstressen.
  • Bitte deinen Kollegen, deine Kollegin im Nachbarraum, die Aufsicht für dich zu übernehmen.

Ich hoffe, dass diese Tipps dich dabei unterstützen, gut für deinen Körper zu sorgen im Laufe eines Schultages. So ein Unterrichtsmorgen ist wirklich schon anstrengend genug, da solltest du dir wirklich jeden zusätzlichen Stress ersparen.

Schreib mir gerne in die Kommentare, wie du das in deinem Schulalltag löst. Ich bin gespannt auf weitere Ideen,

Und denk dran:

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

„Mit Pause fangen wir an!“ – wie „die kleine Pause“ entstanden ist

„Mit Pause fangen wir an!“ – wie „die kleine Pause“ entstanden ist

 

Mit Pause fangen wir an!“ 

 

„Mit Pause fangen wir an!“ – das war ein typischer Spruch von Mia, der Oma meiner besten Freundin. Als wir klein waren, waren wir oft zu Besuch bei Mia.

Und immer, wenn sie mal wieder einen Berg von Arbeit vor sich hatte, kam dieser Spruch. 

Egal, ob gerade 5 Kilo Erdbeeren zu Marmelade verarbeitet oder 2 große Körbe voll Wäsche gebügelt werden mussten – Mia kochte sich erstmal Kaffee. 

Dann setzten wir uns zusammen auf die Eckbank, sie mit ihrer Tasse Kaffee und wir mit Gläsern voll Johannisbeersaft. „Mit Pause fangen wir an! Wir müssen doch erstmal Kräfte sammeln“, zwinkerte sie uns dann zu. Und danach wurden die Ärmel hochgekrempelt und los! 

Als Kind fand ich das sehr lustig, weil Oma Mia da so ganz anders war als die anderen Erwachsenen. Und ich konnte das natürlich voll verstehen: Wer hätte schon Lust, sich sofort in die Arbeit zu stürzen? Es gab doch soooo viel anderes, schönes, was man machen konnte. Zum Beispiel Kaffee und Johannisbeersaft trinken und sich etwas erzählen. Kräfte sammeln eben.

 

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“

 Die anderen Erwachsenen waren da völlig anders: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ – „Nee, dafür habe ich jetzt keine Zeit. Ich muss erstmal …“ – „Warte mal, ich muss mal eben noch …“ – „Eine Pause muss man sich verdienen!“ 

Leider habe ich im Laufe des Erwachsenwerdens vergessen, wie Mia über Pausen dachte. Und ich habe mir angewöhnt, täglich lange To-Do-Listen anzulegen, die ich erstmal abarbeiten musste – bis ich mir dann ENDLICH eine Pause gönnen konnte.

Weil „Pause machen“ immer der letzte Punkt auf meiner Liste war, fiel genau dieser Punkt oft aus – keine Zeit mehr übrig. Das fand ich zuerst gar nicht so dramatisch. Pausen waren doch eher was für alte Menschen …

 

Im Hamsterrad

Das funktionierte jahrelang ganz gut, ich konnte unglaublich viel arbeiten und war sehr effizient. Schule, Familie, Freunde … alles kriegte ich irgendwie unter einen Hut. Ich fühlte mich zwar meistens sehr unter Druck und war auch unzufrieden, weil ich nicht immer mein ganzes Pensum schaffte. 

Aber EIGENTLICH lief alles wie geschmiert. Dachte ich …

Bis mir mein Körper erst kleine, und dann immer größere Stoppschilder vor die Nase hielt. Und irgendwann gar nicht mehr mitspielte. 

Klingt schlimm, war aber das Beste, was mir passieren konnte! Denn ich hatte Zeit, darüber nachzudenken, was ich da eigentlich mache. Und irgendwann fiel mir auch Mia wieder ein: „Mit Pause fangen wir an!“ Was für eine weise Frau …

 

Kennst Du das auch? 

Du arbeitest und arbeitest, und die Pausen verschiebst Du auf später?

Du musst sie Dir erst verdienen. Und irgendwie kommst Du dann einfach nicht dazu … Zuerst musst Du ja noch den Mathetest nachschauen, das Elterngespräch vorbereiten, mit Deiner Kollegin telefonieren, die Kinder von ihren Freunden abholen, das Abendessen kochen und dann ist ja heute Abend auch wieder der Sportkurs!

Wie schön wäre es da, wenn Du auch einfach sagen könntest: „Mit Pause fange ich an!“

Und zwar nicht nur, um Kräfte zu sammeln, sondern auch, um
zu sortieren: Muss ich das wirklich jetzt machen?“

 

Weißt Du eigentlich, wie wichtig Pausen sind?

Um Dich daran zu erinnern, habe ich „die kleine Pause“
gegründet. 

Hier versorge ich Dich ab jetzt mit ganz viel Inspirationen
rund um kleine Pausen in Deinem Alltag. 

  • Wie, wann und wo kannst Du Pausen machen?
  • Was für ein Pausentyp bist Du eigentlich?
  • Wie kannst Du Pausengewohnheiten in Deinen Alltag
    integrieren

Und natürlich spielst DU auch eine ganz große Rolle!

  • Wie schaffst DU es, in Deinem (Schul-) Alltag die Pausentaste zu drücken?
  • Schreib mir gerne eine Mail mit Deinen Tipps & Tricks!

Hast Du Fragen oder Themen, zu denen Du Dir Beiträge
wünschst? Ich freue mich auf Deine Anregungen!

 

Und denk immer dran: 

Schultern runter, lächeln, atmen …

 

Deine Martina

 

Wie passt die Pause in den Schultag? Embodiment-Basics

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

Ort:     Zoom-Konferenz

Preis:  45 € pro Person inkl. Materialpaket

Der nächste Termin steht noch nicht fest.

Trage Dich gerne für die Warteliste ein.

Ich interessiere mich für diesen Workshop. Bitte setze mich auf die Warteliste.

Mind full oder mindful? -

Achtsamkeit im (Schul)- Alltag

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

Termin:  auf Anfrage

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

Der nächste Termin steht noch nicht fest.

Trage Dich gerne für die Warteliste ein.

Ich interessiere mich für diesen Workshop und möchte mich für die Warteliste eintragen!

Stärkere Resilienz im Schulalltag durch Positive Psychologie

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

(2 Stunden)

Termin:  In Planung (Warteliste)

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

Der nächste Termin steht noch nicht fest.

Trage Dich gerne für die Warteliste ein.

Ich interessiere mich für diesen Workshop und möchte mich für die Warteliste eintragen!