Martina Schmidt

Lehrercoaching

Die kleine Pause - Lehrercoaching
STOP! In 3 Schritten raus aus dem Hamsterrad

STOP! In 3 Schritten raus aus dem Hamsterrad

Eine Selbstcoaching-Übung für dich

 

Letzte Woche ist es mir fast wieder passiert:

beinahe hätte ich mich wieder im Hamsterrad abgestrampelt!

Und das kam so:

Nach einem langen, anstrengenden Prüfungstag

kam ich erst spätnachmittags zu Hause.

Ich war völlig ausgepowert- und habe zuerst gesehen, was zu Hause noch alles zu tun ist:

aufräumen und dann an den Schreibtisch zum Unterricht vorbereiten, …

Und obwohl ich wirklich völlig k.o. war, dachte ich:

Das muss ich jetzt erst erledigen,

und dann habe ich endlich Feierabend.

 

Kennst du das auch?

 

Manchmal bist du so im Stress, dass du einfach nur noch blind reagierst auf die Anforderungen von außen.

Fast so, als ob jemand einen Knopf drückt und du machst wie ferngesteuert etwas,

weil du denkst: „Ich MUSS das JETZT machen!“

 

Ich hatte also schon angefangen mit spülen,

als ich auf einmal merkte, dass ich so richtig schlechte Laune bekam.

Und ich dachte: „STOP!“

 

Mir fiel nämlich auf einmal wieder

die Geschichte vom Holzfäller ein: 

Es war einmal ein Holzfäller, der bei einer Holzgesellschaft um Arbeit vorsprach. Das Gehalt war in Ordnung, die Arbeitsbedingungen verlockend, also wollte der Holzfäller einen guten Eindruck hinterlassen.

 

 

Am ersten Tag meldete er sich beim Vorarbeiter, der ihm eine Axt gab und ihm einen bestimmten Bereich im Wald zuwies. Begeistert machte sich der Holzfäller an die Arbeit. An einem einzigen Tag fällte er achtzehn Bäume.

„Herzlichen Glückwunsch“, sagte der Vorarbeiter. „Weiter so.“

 

Angestachelt von den Worten des Vorarbeiters, beschloss der Holzfäller, am nächsten Tag das Ergebnis seiner Arbeit noch zu übertreffen. Also legte er sich in dieser Nacht früh ins Bett.

Am nächsten Morgen stand er vor allen anderen auf und ging in den Wald. Trotz aller Anstrengung gelang es ihm aber nicht, mehr als fünfzehn Bäume zu fällen.

„Ich muss müde sein“, dachte er. Und beschloss, an diesem Tag gleich nach Sonnenuntergang schlafen zu gehen.

 

Im Morgengrauen erwachte er mit dem Entschluss, heute seine Marke von achtzehn Bäumen zu übertreffen. Er schaffte nicht einmal die Hälfte.

Am nächsten Tag waren es nur sieben Bäume, und am übernächsten fünf, seinen letzten Tag verbrachte er fast vollständig damit, einen einzigen Baum zu fällen.

 

In Sorge darüber, was wohl der Vorarbeiter dazu sagen würde, trat der Holzfäller vor ihn hin, erzählte, was passiert war, und schwor Stein und Bein, dass er geschuftet hatte bis zum Umfallen.

 

Der Vorarbeiter fragte ihn: „Wann hast du denn deine Axt das letzte Mal geschärft?“

„Die Axt schärfen? Dazu hatte ich keine Zeit, ich war zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.“

 

Aus „Komm ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay, Dezember 2008 / Fischer-Taschenbuch

 

Zum Glück ist mir diese Geschichte gerade zur richtigen Zeit wieder eingefallen.

Denn so konnte ich mir tatsächlich erstmal sagen:

„STOP!“

 

Genauso, wie es dem Holzfäller bestimmt geholfen hätte,

sich mal kurz auf einen Baumstumpf zu setzen und nachzudenken,

hilft mir das auch in solchen Situationen.

Innehalten, durchatmen.

Erstmal zurücktreten und sich die Lage anschauen.

 

Das ist der erste Schritt, um das Hamsterrad anzuhalten.

 

Und als nächstes stelle ich mir die Frage:

WAS IST JETZT WICHTIG?

 

Ist es das Aufräumen? Oder die Unterrichtsvorbereitung?

Dabei versuche ich, auf meinen Bauch zu hören,

und nicht auf meinen Kopf!

 

Also: Was ist jetzt wichtig?

Diese Frage kannst du auch unterschiedlich betonen,

sehr interessant, welche Antworten dir darauf einfallen.

 

WAS ist jetzt wichtig?

Ausruhen, spazieren gehen, mit jemandem reden, …

Was ist JETZT wichtig?

Jetzt ist Entspannung wichtig, alles andere geht vielleicht auch noch später.

Was ist jetzt WICHTIG?

Dass ich neue Energie bekomme, ansonsten ist das Aufräumen und Unterricht vorbereiten einfach doppelt so anstrengend.

 

Wenn ich mir nach diesem 2. Schritt immer noch nicht erlauben kann,

aus dem Hamsterrad auszusteigen,

kommt auch noch der 3. Schritt:

Nämlich die Frage:

 

Was ist das Schlimmste, das passieren kann,

wenn ich jetzt aus dem Hamsterrad aussteige?

 

Die Antworten auf diese Frage sind oft richtig lustig:

Wenn ich nicht aufräume, bleibt das schmutzige Geschirr auf dem Tisch stehen. Huch!

Wenn ich den Unterricht nicht vorbereite, haben die Kinder morgen langweiligen Unterricht. O Gott!

 

Ja, genau.

Und danach wusste ich, dass ich mir jetzt wirklich eine Pause erlauben darf.

Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Ich habe erstmal ein kleines Nickerchen gemacht.

Dann ist mir eingefallen, dass ich ja auch meine Söhne bitten kann,

die Küche aufzuräumen.

Und ich habe eine Kollegin angerufen, die mir neulich von einer tollen Kunststunde erzählt hat. Und sie hat mir ihre Idee „geschenkt“.

 

Das ist nämlich noch ein toller Nebeneffekt, wenn du das Hamsterrad anhältst:

Du kannst wieder klar denken und kreative Lösungen finden.

In Stress-Situationen sind nämlich wichtige Teile unseres Gehirns schlichtweg abgeschaltet.

Erst im entspannten Zustand kannst du wieder neue Ideen entwickeln.

 

Vielleicht sagst du jetzt:

„Die Holzfäller-Geschichte gefällt mir, aber was bringt mir das für meinen Schulalltag?“ Oder: „Schöne Idee, diese 3 Schritte aus dem Hamsterrad, aber:

das funktioniert vielleicht bei mir zu Hause, aber doch nicht in der Schule!“

 

Und du hast völlig Recht:

Schöne Geschichten können deinen stressigen Alltag in der Schule nicht verändern.

Und Schule ist ein extrem anspruchsvoller, fordernder und fremdbestimmter Arbeitsplatz.

 

ABER:

Die Geschichte kann dich anregen, inne zu halten und darüber nachdenken, wie du auf diesen stressigen Alltag reagierst.

Das Problem ist nämlich, dass wir einfach nicht gelernt haben, auf eine stressige Umwelt angemessen zu reagieren.

Leider bringt uns das niemand bei.

Das müssen wir tatsächlich üben, und es fühlt sich anfangs auch vielleicht komisch an, weil es ungewohnt ist.

aber: es funktioniert!

 

Hier sind noch einmal die 3 Schritte für dich: 

1. STOP! 

2. Was ist jetzt wichtig? 

3. Was ist das Schlimmste, das passieren kann?

 

Wenn du also merkst, dass du gerade wieder sehr viele Bäume auf einmal fällen möchtest:

Mach eine Pause.

Schärfe deine Axt.

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Selbstcoaching!

Und denk immer dran:

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

 

Deine Martina

 

Die Kunst der kleinen Pause -

Aktive Selbstfürsorge durch Embodiment

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

Termin:  auf Anfrage

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

Ja, ich möchte mich/ Wir möchten uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.

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Termin:  30.11.2020, 15-17 Uhr

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Danke an den VBE für die Unterstützung!

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

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(2 Stunden)

Termin:  In Planung (Warteliste)

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

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