Martina Schmidt

Lehrercoaching

Die kleine Pause - Lehrercoaching
#66 Innere Antreiber im Schulalltag

#66 Innere Antreiber im Schulalltag

Innere Antreiber im Schulalltag

Warum tun wir eigentlich nicht das, was gut für uns ist? Warum machen wir keine Pause, wenn wir sie brauchen? Warum übernehmen wir wieder eine Zusatzaufgabe, obwohl unser Terminkalender schon voll ist? Warum sitzen wir bis spät in die Nacht am Schreibtisch, obwohl wir todmüde sind?

Was treibt uns da an? Die Transaktionsanalyse hat als Antwort auf diese Frage das „Konzept der inneren Antreiber“ entwickelt.

Wenn du dir weniger Stress und mehr Leichtigkeit in deinem Schulalltag wünschst, dann lohnt es sich, deine inneren Antreiber genauer kennenzulernen. Denn so hast du die Chance, schneller in die Steuerungskompetenz zu kommen. Dich nicht permanent getrieben zu fühlen, sondern stattdessen gut für dich selbst zu sorgen.

 „Stress entsteht im Kopf.“

In der Podcast-Folge „Kennst du dein Stress-Rezept?“ erfährst du, warum Menschen ein- und dieselbe Situation unterschiedlich erleben. Was dir Stress macht, lässt deine Kollegin vielleicht völlig kalt. Denn erst unsere inneren Bewertungen entscheiden darüber, ob wir eine Situation als stressig erleben.

Bevor wir also auf eine Situation reagieren, spielt sich in uns eine Menge ab. Und da kommen die inneren Antreiber ins Spiel.

Sie spiegeln Botschaften und Glaubenssätze wider, die wir in unserer Kindheit gelernt haben, die aber heute evtl. nicht mehr dienlich für uns sind.

Die Transaktionanalyse (nach Eric Berne und Taibi Kahler) unterscheidet 5 innere Antreiber:

Mach’s allen recht!

Beeil dich!

Sei perfekt!

Streng dich an!

Sei stark!

 

Das klingt erst einmal nach harten Kommandos. Und so können sich innere Antreiber auch bei uns ganz schön unangenehm bemerkbar machen, wenn sie zu stark ausgeprägt sind. Dann kann es passieren, dass wir uns „gezwungen“ fühlen, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen. Das kann viel Zeit und Kraft kosten. Andererseits: Dem inneren Antreiber nicht zu folgen, führt oft zu schlechten Gefühlen. Zu starke innere Antreiber sind also massive Stress-Verstärker.

 

Die positiven Seiten der inneren Antreiber

Andererseits brauchen wir die inneren Antreiber, damit wir überhaupt etwas tun und uns weiter entwickeln. Denn sie repräsentieren positive Eigenschaften:

Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit (Mach’s allen recht!)

Schnelligkeit und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen (Beeil dich!)

Genauigkeit und Fehlerlosigkeit (Sei perfekt!)

Gründlichkeit und Durchhaltevermögen (Streng dich an!)

Stärke und Unabhängigkeit (Sei stark!)

 

Wichtig ist, diese beiden Seiten der Medaille zu sehen. Denn so hast du die Chance, die stressigen Antreiber-Dynamiken zu deinem Vorteil zu wenden und Freundschaft zu schließen mit dem, was dich treibt.

Die inneren Antreiber, die ich jetzt genauer beschreibe, sind nicht als „Schublade“ zu sehen. Sie werden aktiv in bestimmten Situationen, werden getriggert durch ganz bestimmte Menschen oder Rollen.

 

Mach’s allen recht!

Deine Grundüberzeugung: „Ich bin nur ok, wenn ich es anderen recht mache.“

Erkennungsmerkmale:

  • du bemühst dich, dass alle sich wohlfühlen
  • du passt dich gerne an
  • du nickst oft zustimmend
  • du kannst nicht NEIN sagen

Deine Stärken:

  • Empathie
  • Gruppenprozesse steuern: Wichtig für’s Unterrichten oder beim Elternabend.
  • Sensibilität für Stimmungen: Wichtig z.B. für blitzschnelles Reagieren im Unterricht, um bei Konflikten zu vermitteln oder bei Elterngesprächen.

Wenn dieser Antreiber bei dir zu stark ist …

  • verbiegst du dich für andere (Bsp.: Gefallen tun, am Kopierer vorlassen trotz Zeitdruck, hörst Probleme anderer an trotz eigener Sorgen, übernimmst zusätzliche Aufgaben, immer für Kinder ansprechbar trotz Pause, entgrenzte Arbeitszeit, immer für Eltern da)
  • sorgst du nicht gut für dich

Und so kann sich das im Schulalltag bemerkbar machen:

  • Du übernimmst zusätzliche Aufgaben, obwohl dein Terminkalender voll ist.
  • Du bist für Eltern jederzeit ansprechbar.
  • Du hörst dir in der Pause die Probleme deiner Kollegen an, auch wenn du eigentlich gerne Ruhe hättest.

 

Beeil dich!

Deine Grundüberzeugung: „Ich bin nur ok, wenn ich mich beeile.“

Erkennungsmerkmale:

  • bei dir muss alles schnell gehen
  • du bist oft atemlos
  • du hast immer viel zu tun
  • du fühlst dich oft unruhig, angespannt und ungeduldig
  • dir fällt es schwer, anderen zuzuhören

Deine Stärken:

  • Reaktionsschnelligkeit (Wichtig im Unterricht, z.B. beim Umgang mit Störungen)
  • Flexibilität (Brauchen wir im Schulalltag ständig: z.B. Vertretungsstunde übernehmen, auf Technikausfall reagieren, den geplanten Unterricht ruckzuck abwandeln …)
  • Komplexes Denken (Alle Schüler:innen im Blick haben, umfangreiche Planung für Unterrichtsreihen, …)

Wenn dieser Antreiber bei dir zu stark ist …

  • bist du oft unter Druck
  • hast du keine Zeit für dich (und für andere)
  • hast du Angst, etwas zu verpassen
  • weißt du nicht, was für dich wirklich wichtig ist

Und so kann sich das im Schulalltag bemerkbar machen:

  • Du gönnst dir keine Pausen, weil du so viele Aufgaben zu erledigen hast.
  • Du bist genervt von Kolleg:innen oder Schüler:innen, die sich Zeit lassen.
  • Du hast oft das Gefühl, dass die Unterrichtsstunde zu kurz ist, um alles zu schaffen.

 

Sei perfekt!

Deine Grundüberzeugung: Ich bin nur ok, wenn ich perfekt bin.

Erkennungsmerkmale:

  • du arbeitest sehr genau
  • du brauchst oft sehr lange, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist
  • du rechtfertigst dich häufig
  • du nimmst die Kritik anderer vorweg

Deine Stärken:

  • Organisationstalent
  • Korrekturlesen
  • Verständnis für komplexe Aufgaben
  • Sinn für Vollkommenheit

Wenn dieser Antreiber bei dir zu stark ist …

  • hast du sehr hohe Ansprüche an dich und andere
  • brauchst du oft sehr viel Zeit, um eine Aufgabe zu erledigen
  • bist du selten zufrieden mit deiner Arbeit

Und so kann sich das im Schulalltag bemerkbar machen:

  • Du sitzt viele Stunden am Schreibtisch, bis deine Materialien perfekt sind.
  • Du planst deinen Elternabend bis ins kleinste Detail, damit du dich nicht blamierst.
  • Du schiebst du manche Aufgaben vor dir her (Prokrastination), weil du fürchtest, deinem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden.

 

Streng dich an!

Grundüberzeugung: „Ich bin nur ok, wenn ich mich anstrenge.“

Erkennungsmerkmale:

  • du fühlst dich oft überfordert
  • du spürst einen hohen inneren (Leistungs-)Druck
  • du strengst dich sehr an und zweifelst trotzdem an dir
  • du nimmst dir oft viel zuviel vor
  • du hast Probleme mit dem Zeitmanagement

Deine Stärken:

  • Durchhaltevermögen (Wichtig, wenn du z.B. Schüler:innen langfristig fördern möchtest)
  • Gründliches und umsichtiges Arbeiten (Wichtig bei der Unterrichtsplanung, bei der Korrektur von Arbeiten, …)
  • Fokus auf Ziele

Wenn dieser Antreiber bei dir zu stark ist …

  • fällt dir alles schwer, denn trotz großer Kraftanstrengung zweifelst du an dir
  • bist du selten zufrieden mit dir
  • erlebst du wenig Leichtigkeit, Spaß und Flow

Und so kann sich das im Schulalltag bemerkbar machen:

  • Du hast keine Lust auf neue Projekte.
  • Du hast das Gefühl, mit deiner Arbeit niemals fertig zu werden.
  • Du beneidest andere, die Freude an ihrem Job haben.

 

Sei stark!

Deine Grundüberzeugung: „Ich bin nur ok, wenn ich stark bin.“

Erkennungsmerkmale:

  • du hast viel Power
  • du zeigst selten Gefühle
  • du möchtest dich nicht angreifbar machen
  • du hast gerne Kontrolle über alles

Deine Stärken:

  • Projekte voranbringen
  • Kampfgeist
  • Widerstandskraft
  • Aufgaben lösen

Wenn dieser Antreiber bei dir zu stark ist …

  • möchtest du gegen alles gewappnet sein
  • gibst du keine Schwächen zu
  • fällt es dir schwer, anderen zu vertrauen
  • kämpfst du viel, um dich zu behaupten

Und so kann sich das im Schulalltag bemerkbar machen:

  • Du bittest nicht gerne um Hilfe, weder Eltern noch Kolleg:innen.
  • Dein Stundenplan ist richtig ungünstig für dich, trotzdem wehrst du dich nicht.
  • Du magst es nicht, wenn dir jemand beim Unterrichten zuschaut.

 

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Wie passt die Pause in den Schultag? Embodiment-Basics

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Mind full oder mindful? -

Achtsamkeit im (Schul)- Alltag

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Positive Psychologie -

Stärkung im Schulalltag!

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