Martina Schmidt

Lehrercoaching

Die kleine Pause - Lehrercoaching
Keine Zeit für Pausen? Wir brauchen eine neue Pausenkultur!

Keine Zeit für Pausen? Wir brauchen eine neue Pausenkultur!

Keine Zeit für Pausen?

Wir brauchen eine neue Pausenkultur!

„Jeder hat das Recht auf Erhol­ung und Freizeit und ins­beson­dere auf eine vernün­ftige Begren­zung der Arbeit­szeit und regelmäßi­gen bezahlten Urlaub.“ (Artikel 24 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)

Pause ist ein Menschenrecht. Wusstest du das?

Tatsächlich hat man also schon vor fast 75 Jahren anerkannt, dass Erholung und Freizeit grundlegend wichtig sind. Und diese Rechte deshalb festgehalten in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wow!

Doch wie sieht das in unserem (Schul-)Alltag aus mit den Pausen?

Dass wir Erholungsphasen brauchen im Laufe eines Schulmorgens, das wissen wir. Trotzdem höre ich von vielen Kolleg*innen den Stoßseufzer: „Ich hab‘ keine Zeit für Pausen!“

Und tatsächlich scheinen Pausen überhaupt nicht reinzupassen in den Schulmorgen.

Und es ist ja auch so: Wir wechseln von einem Klassenraum in den nächsten, haben Pausenaufsicht, kopieren, telefonieren, regeln den Vertretungsunterricht usw. usw.

Alles in der Pause.

Durchatmen – in Ruhe etwas essen – einfach nur mal kurz hinsetzen? Kaum möglich.

Was heißt das? Hat Erholung ihren Platz nur am Wochenende, nach Feierabend, in den Ferien?

Akzeptieren, dass ich mittags völlig ausgepowert nach Hause komme? Mich dann irgendwann an den Schreibtisch setze und bis zur völligen Erschöpfung weiterarbeite?

Bis ich dann nur noch müde auf’s Sofa plumpse, weil ich keine Energie mehr habe für irgend etwas anderes?

Was sagt die Pausenforschung?

Klar ist: Vielen Arbeitnehmer*innen geht es so, nicht nur uns Lehrkräften.

Der Stressreport Deutschland (2012) hat untersucht, warum wir Pausen ausfallen lassen – und in welchen Berufsgruppen das besonders häufig vorkommt.

Die Ergebnisse: Vor allem Beschäftigte in Gesund­heits- (43 %) sowie in Sozial-/Erziehungs- und Ordnungs-/ Sicherheitsberufen (je 36 %) geben an, häufig ihre Pause aus­fallen zu lassen.

Begründet wird das damit, dass die Pause nicht in den Arbeitsablauf passt (47 %), gefolgt von zu viel Arbeit (38 %). Nur 15 % arbeiten durch, weil sie selbst keine Pau­se machen möchten.

Eine weitere Erkenntnis: Besonders in Berufsgruppen, in denen psy­chische Anforderungen hoch sind, kommt die Erholung zu kurz!

Im Vergleich zu den Beschäftigten, die selten psychische Anforderungen haben, fällt die Pause viel öfter bei denen aus, die häufig gefühlsmäßig belastenden Arbeitssituationen ausgesetzt sind (46 %), häufig Verschiedenes gleichzeitig bearbeiten (43 %) oder von Termin-und Leistungsdruck betroffen sind (35 %). Kurz ge­sagt: Diejenigen, die die Pause am nötigsten haben, lassen sie am ehesten ausfallen.

Wenn du pausenlos durcharbeitest, zahlst du auf lange Sicht einen hohen Preis dafür. „Typische Signale sind ständige Müdigkeit, Gereiztheit, Verspannungen der Muskulatur, Kopfschmerzen, das Gefühl, sich nichts mehr merken und keinen klaren Gedanken fassen zu können. Im Ernstfall kann das bis zum Burnout führen“, sagt Norbert Hüge, Experte für psychische Gesundheit (Quelle)  .

Eigentlich wissen wir ja auch, dass Pausen wichtig für uns sind. Aber: Wie passen Pausen in den Schul-Alltag?

Wir brauchen eine neue Pausenkultur!

In unserer Gesellschaft haben Pausen ein schlechtes Image. Produktivität ist wichtiger als Entspannung und Wohlbefinden. Das zeigen Sprichwörter wie:

„Müßiggang ist aller Laster Anfang.“

„Wer rastet, der rostet.“

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“

So geprägt, halten viele pausenloses Arbeiten für ein Zeichen von Belastbarkeit und hoher Einsatzbereitschaft.

Und haben natürlich ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich mal 5 Minuten Ruhe gönnen – während die Kolleg*innen weiter geschäftig herumwuseln.

Hier brauchen wir alle ein Umdenken, eine neue Haltung zum Wert von Pausen. Am schönsten wäre es natürlich, wenn sich ein ganzes Schulteam auf den Weg macht, Pausen neu zu denken: Pausenzonen einrichten, das Lehrerzimmer umgestalten, sich gegenseitig Auszeiten zugestehen.

Wir brauchen das nötige Know-How!

Viele meinen, sie müssten erst die Yogamatte ausrollen oder eine halbe Stunde meditieren, um „richtig“ zu entspannen. Dabei reichen schon regelmäßige Mikropausen, die über den Tag verteilt werden, um Stress abzubauen und frische Energie zu tanken.

Dazu muss ich effektive Techniken kennen, meine Pausen gezielt panen und den richtigen Ort dafür finden.

Und das ist leichter, als du denkst!

Ab jetzt teile ich jeden Sonntag um 11.30 Uhr in meiner Facebook-Gruppe meine Lieblings-Pausentipps mit dir. Kurz und knackig, immer nur 5 Minuten lang, gebe ich dir einen Impuls für eine Mikropause in deinem Schulalltag!

Denn gerade dann, wenn du meinst: „Ich habe keine Zeit für Pausen!“ –

dann brauchst du sie am dringendsten!

Schule ist anstrengend. Das kannst du nicht ändern. Aber du kannst lernen, besser damit klarzukommen.

Und gesünder damit umzugehen!

 

Dazu lade ich Dich ganz herzlich ein!

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

Shownotes

Sing human rights!

https://sing-human-rights.org/de/

Möchtest du jeden Sonntag um 11.30 Uhr einen frischen Pausen-Tipp? Dann komm in die

Ich möchte regelmäßige Infos und kostenfreien Zugang zu allen Materialien!

Klopf dir doch mal selbst auf die Schulter! Selbst-Wertschätzung zum Schuljahresende

Klopf dir doch mal selbst auf die Schulter! Selbst-Wertschätzung zum Schuljahresende

Klopf dir doch mal selbst auf die Schulter!

Selbst-Wertschätzung zum Schuljahresende

Wenn du so zurückschaust auf das letzte Schuljahr, welche Gedanken kommen dir dann zuerst in den Sinn?
Denkst du zuerst an das, was gut funktioniert hat? An deine Highlights und Glücksmomente? Deine Erfolgserlebnisse?
Oder fallen dir als erstes die Pannen ein? Dinge, über die du dich geärgert hast?

Vielleicht erwischst du dich gerade dabei, dass dein Fokus oft auf das Negative gerichtet ist. Und damit bist du nicht allein.
Leider ist unser Gehirn nämlich so strukturiert, dass es Negatives besser abspeichert. Reiner Selbstschutz! Ein Relikt aus der Steinzeit: Da war es wichtig sich zu merken, von welchen Beeren man diese fürchertlichen Beeren bekommen hatte …
Außerdem sind wir als Lehrkräfte nochmal ganz besonders darauf trainiert,
die „Fehler“ zu finden – nicht nur die der anderen, sondern auch unsere eigenen.

Selbstkritik üben zu können gilt oft sogar als besondere Tugend.
Und wie ist das mit der Selbstwertschätzung?
Da kommt uns oft als erstes der Spruch „Eigenlob stinkt“ in den Sinn.
Das sitzt tief, ganz besonders bei uns Frauen.
Und doch ist es so wichtig, dass du dich selbst anerkennst für deine Leistungen, deine wertvolle Arbeit.

Heute möchte ich dich dazu einladen, dir selbst auf die Schulter zu klopfen.
Dazu teile ich mit dir 4 Fragen, die ich mir regelmäßig zum Monatsende stelle
du kannst sie jetzt zum Ende des Schuljahresende prima für dich nutzen,
um die letzten Wochen und Monate Revue passieren zu lassen.

Schnapp dir Zettel und Stift und los geht’s!
Am besten nimmst du dir einen überschaubaren Zeitraum, z.B. die Zeit zwischen Oster- und Sommerferien. Schreib alles auf, was dir spontan zu den Fragen einfällt. Und leg dir dann den Zettel und den Stift irgendwohin und schreibe immer mal wieder auf, was dir in den nächsten Tagen noch so alles einfällt. Du wirst sehen: da kommt einiges zusammen!

1. Frage:
Was ist gut gelaufen?

Denk dabei an die verschiedenen Aspekte deines Schulalltags:
Unterricht – Kommunikation – Zusammenarbeit – Zeiteinteilung – Selbstfürsorge – …
Welche Situationen, Projekte, Abläufe waren richtig gut?

Und dann mach dir bewusst: Welchen Anteil hattest DU daran, dass das gut gelaufen ist?
Mach dir klar: das war kein Zufall!
Du realisierst, dass du selbst Einfluss auf die Dinge nehmen kannst, den Umständen nicht hilflos ausgeliefert bist.
Du erkennst, dass eine Situation nur deshalb so gut verlaufen ist, weil DU aktiv mitgestaltet und zum Gelingen beigetragen hast.
Wenn du so denkst, bist du deinen Stärken auf der Spur.

Dafür kannst du dir auf die Schulter klopfen!

2. Frage:
Wofür bist du dankbar?

Wenn du schon ein Glückstagebuch führst (Podcast-Folge 32), kannst du jetzt einfach darin blättern. Du kannst schöne Augenblicke noch einmal wie einen Film in deinem Innern ablaufen lassen.

Sei es die Unterstützung durch deine Familie, der Materialaustausch mit Kolleg*innen, deine Gesundheit, …

Diese Dinge sind dir einfach passiert, sie sind dir geschenkt worden.
Trotzdem kannst du dir selbst dafür auf die Schulter klopfen,
dass sie bewusst wahrnimmst. Du nimmst Glücksmomente nicht als selbstverständlich oder übersiehst sie.
Diese Fähigkeit zur Dankbarkeit ist ein ganz, ganz wichiger Baustein deiner Resilienz.
Denn je häufiger du ganz bewusst deinen Fokus auf Positives lenkst,
umso mehr trainierst du dich, Positives bewusst wahrzunehmen und kommst in eine Aufwärtsspirale!

Frage 3:
Was hast du gelernt?

Ganz wichtige Frage. Interessant finde ich, dass wir sie uns ganz selbstverständlich stellen, wenn’s um unsere Schüler*innen geht.

Und du? Welche neuen Fähigkeiten sind bei dir in diesem Schuljahr dazu gekommen?
Hast du Fortbildungen besucht, die dich weitergebracht haben?
Hast du an deiner persönlichen Weiterentwicklung gearbeitet?
Hast du einfach mutig Dinge ausprobiert?

Das können ganz kleine Dinge sein, wie z.B. die neuen Bedienelemente des Kopieres zu kennen. Oder auch ein großes Projekt, das du angepackt hast.

Was auch immer es ist:
Vielleicht hast du dich selbst überrascht mit dem, was du da gemacht hast.
Wahrscheinlich sind dir unterwegs auch jede Menge Fehler passiert.
Völlig logisch, das gehört ja nun mal dazu.
Auch so ein wichtiger Punkt bei deiner Selbst-Wertschätzung:
Fehlerfreundlichkeit ist ja immer ein super wichtiges Prinzip in Bezug auf unseren Unterricht. Wendest du das denn auch auf dich selbst an?

Klasse finde ich dazu den Satz von Wilhelm Busch:
Aus Fehlern wird man klug,
darum ist einer nicht genug!

Also: was hast du gelernt, auch aus deinen Fehlern?
Worüber konntest du im Nachhinein sogar herzhaft lachen?

Klopf dir dafür auf die Schulter!

Frage 4:
Was ist deine wichtigste Erkenntnis?

In diesem Schuljahr habe ich bei mir festgestellt: Ich bin neugierig, und das hilft mir sehr!
Ich interessiere mich dafür, wie andere etwas hinbekommen und deshalb frage ich gerne. Der Austausch hilft mir, neue Ideen zu bekommen und Stolpersteine zu managen.
Und ich habe echt Spaß daran, Neues auszuprobieren.

Gleichzeitig habe ich bemerkt, dass meine Routinen mir total helfen, in der Spur zu bleiben. Sei es meine Morgenroutine mit Yoga und Meditation, mein Dankbarkeitstagebuch, gemeinsame Mahlzeiten oder mein Mittagsschläfchen.
All das sind wichtige Ankerpunkte, die mir Halt geben und auf die ich deshalb nicht verzichten möchte.

Und du?
Was ist deine wichtigste Erkenntnis?
Was möchtest du davon mitnehmen ins nächste Schuljahr?

Klopf dir selbst auf die Schulter, dass du dir die Zeit genommen hast
für diese Reflexion!

 

Eigenlob stinkt? Nein!

 

Selbstwertschätzung duftet …

 

Möchtest Du Dich über diesen Artikel austauschen?

Dann komm in die

Und denk immer dran:

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

Ich möchte regelmäßige Infos und kostenfreien Zugang zu allen Materialien!

#7 STOP! In 3 Schritten raus aus dem Hamsterrad

#7 STOP! In 3 Schritten raus aus dem Hamsterrad

Eine kleine Selbstcoaching-Übung für dich

Kennst du das auch?

Diese Situationen, in denen du beinahe wie ferngesteuert handelst?

Manchmal bist du so im Stress, dass du einfach nur noch blind reagierst auf die Anforderungen von außen

so, als ob jemand einen Knopf drückt und du reagierst nur noch

weil du denkst: „Ich MUSS das JETZT machen!“

 

Dann ist diese Folge für dich.

Heute erfährst du, warum es uns oft so schwer fällt,

angemessen mit stressigen Situationen umzugehen.

 

Und ich habe 3 Schritte für dich,

wie du das Hamsterrad anhalten und sogar herausspringen kannst!

 

Viel Spaß beim Zuhören und denk dran:

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

 

Ich möchte dich ganz herzlich einladen zum Erfahrungs- und Ideenaustausch in die

STOP! In 3 Schritten raus aus dem Hamsterrad

STOP! In 3 Schritten raus aus dem Hamsterrad

Eine Selbstcoaching-Übung für dich

 

Letzte Woche ist es mir fast wieder passiert:

beinahe hätte ich mich wieder im Hamsterrad abgestrampelt!

Und das kam so:

Nach einem langen, anstrengenden Prüfungstag

kam ich erst spätnachmittags zu Hause.

Ich war völlig ausgepowert- und habe zuerst gesehen, was zu Hause noch alles zu tun ist:

aufräumen und dann an den Schreibtisch zum Unterricht vorbereiten, …

Und obwohl ich wirklich völlig k.o. war, dachte ich:

Das muss ich jetzt erst erledigen,

und dann habe ich endlich Feierabend.

 

Kennst du das auch?

 

Manchmal bist du so im Stress, dass du einfach nur noch blind reagierst auf die Anforderungen von außen.

Fast so, als ob jemand einen Knopf drückt und du machst wie ferngesteuert etwas,

weil du denkst: „Ich MUSS das JETZT machen!“

 

Ich hatte also schon angefangen mit spülen,

als ich auf einmal merkte, dass ich so richtig schlechte Laune bekam.

Und ich dachte: „STOP!“

 

Mir fiel nämlich auf einmal wieder

die Geschichte vom Holzfäller ein: 

Es war einmal ein Holzfäller, der bei einer Holzgesellschaft um Arbeit vorsprach. Das Gehalt war in Ordnung, die Arbeitsbedingungen verlockend, also wollte der Holzfäller einen guten Eindruck hinterlassen.

 

 

Am ersten Tag meldete er sich beim Vorarbeiter, der ihm eine Axt gab und ihm einen bestimmten Bereich im Wald zuwies. Begeistert machte sich der Holzfäller an die Arbeit. An einem einzigen Tag fällte er achtzehn Bäume.

„Herzlichen Glückwunsch“, sagte der Vorarbeiter. „Weiter so.“

 

Angestachelt von den Worten des Vorarbeiters, beschloss der Holzfäller, am nächsten Tag das Ergebnis seiner Arbeit noch zu übertreffen. Also legte er sich in dieser Nacht früh ins Bett.

Am nächsten Morgen stand er vor allen anderen auf und ging in den Wald. Trotz aller Anstrengung gelang es ihm aber nicht, mehr als fünfzehn Bäume zu fällen.

„Ich muss müde sein“, dachte er. Und beschloss, an diesem Tag gleich nach Sonnenuntergang schlafen zu gehen.

 

Im Morgengrauen erwachte er mit dem Entschluss, heute seine Marke von achtzehn Bäumen zu übertreffen. Er schaffte nicht einmal die Hälfte.

Am nächsten Tag waren es nur sieben Bäume, und am übernächsten fünf, seinen letzten Tag verbrachte er fast vollständig damit, einen einzigen Baum zu fällen.

 

In Sorge darüber, was wohl der Vorarbeiter dazu sagen würde, trat der Holzfäller vor ihn hin, erzählte, was passiert war, und schwor Stein und Bein, dass er geschuftet hatte bis zum Umfallen.

 

Der Vorarbeiter fragte ihn: „Wann hast du denn deine Axt das letzte Mal geschärft?“

„Die Axt schärfen? Dazu hatte ich keine Zeit, ich war zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.“

 

Aus „Komm ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay, Dezember 2008 / Fischer-Taschenbuch

 

Zum Glück ist mir diese Geschichte gerade zur richtigen Zeit wieder eingefallen.

Denn so konnte ich mir tatsächlich erstmal sagen:

„STOP!“

 

Genauso, wie es dem Holzfäller bestimmt geholfen hätte,

sich mal kurz auf einen Baumstumpf zu setzen und nachzudenken,

hilft mir das auch in solchen Situationen.

Innehalten, durchatmen.

Erstmal zurücktreten und sich die Lage anschauen.

 

Das ist der erste Schritt, um das Hamsterrad anzuhalten.

 

Und als nächstes stelle ich mir die Frage:

WAS IST JETZT WICHTIG?

 

Ist es das Aufräumen? Oder die Unterrichtsvorbereitung?

Dabei versuche ich, auf meinen Bauch zu hören,

und nicht auf meinen Kopf!

 

Also: Was ist jetzt wichtig?

Diese Frage kannst du auch unterschiedlich betonen,

sehr interessant, welche Antworten dir darauf einfallen.

 

WAS ist jetzt wichtig?

Ausruhen, spazieren gehen, mit jemandem reden, …

Was ist JETZT wichtig?

Jetzt ist Entspannung wichtig, alles andere geht vielleicht auch noch später.

Was ist jetzt WICHTIG?

Dass ich neue Energie bekomme, ansonsten ist das Aufräumen und Unterricht vorbereiten einfach doppelt so anstrengend.

 

Wenn ich mir nach diesem 2. Schritt immer noch nicht erlauben kann,

aus dem Hamsterrad auszusteigen,

kommt auch noch der 3. Schritt:

Nämlich die Frage:

 

Was ist das Schlimmste, das passieren kann,

wenn ich jetzt aus dem Hamsterrad aussteige?

 

Die Antworten auf diese Frage sind oft richtig lustig:

Wenn ich nicht aufräume, bleibt das schmutzige Geschirr auf dem Tisch stehen. Huch!

Wenn ich den Unterricht nicht vorbereite, haben die Kinder morgen langweiligen Unterricht. O Gott!

 

Ja, genau.

Und danach wusste ich, dass ich mir jetzt wirklich eine Pause erlauben darf.

Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Ich habe erstmal ein kleines Nickerchen gemacht.

Dann ist mir eingefallen, dass ich ja auch meine Söhne bitten kann,

die Küche aufzuräumen.

Und ich habe eine Kollegin angerufen, die mir neulich von einer tollen Kunststunde erzählt hat. Und sie hat mir ihre Idee „geschenkt“.

 

Das ist nämlich noch ein toller Nebeneffekt, wenn du das Hamsterrad anhältst:

Du kannst wieder klar denken und kreative Lösungen finden.

In Stress-Situationen sind nämlich wichtige Teile unseres Gehirns schlichtweg abgeschaltet.

Erst im entspannten Zustand kannst du wieder neue Ideen entwickeln.

 

Vielleicht sagst du jetzt:

„Die Holzfäller-Geschichte gefällt mir, aber was bringt mir das für meinen Schulalltag?“ Oder: „Schöne Idee, diese 3 Schritte aus dem Hamsterrad, aber:

das funktioniert vielleicht bei mir zu Hause, aber doch nicht in der Schule!“

 

Und du hast völlig Recht:

Schöne Geschichten können deinen stressigen Alltag in der Schule nicht verändern.

Und Schule ist ein extrem anspruchsvoller, fordernder und fremdbestimmter Arbeitsplatz.

 

ABER:

Die Geschichte kann dich anregen, inne zu halten und darüber nachdenken, wie du auf diesen stressigen Alltag reagierst.

Das Problem ist nämlich, dass wir einfach nicht gelernt haben, auf eine stressige Umwelt angemessen zu reagieren.

Leider bringt uns das niemand bei.

Das müssen wir tatsächlich üben, und es fühlt sich anfangs auch vielleicht komisch an, weil es ungewohnt ist.

aber: es funktioniert!

 

Hier sind noch einmal die 3 Schritte für dich: 

1. STOP! 

2. Was ist jetzt wichtig? 

3. Was ist das Schlimmste, das passieren kann?

 

Wenn du also merkst, dass du gerade wieder sehr viele Bäume auf einmal fällen möchtest:

Mach eine Pause.

Schärfe deine Axt.

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Selbstcoaching!

Und denk immer dran:

 

Schultern runter, lächeln, atmen …

 

Deine Martina

 

Schultern runter, lächeln, atmen

Schultern runter, lächeln, atmen

Schultern runter, lächeln, atmen

Diesen Spruch kennen alle treuen Podcast-Hörer*innen ja schon: er ist meine Verabschiedung am Ende jeder Podcast-Episode.

Diesen Spruch möchte ich heute mal genauer unter die Lupe nehmen. Er ist nämlich soviel mehr als ein Spruch!

„Schultern runter, lächeln, atmen“ – das ist ein Motto für mich, fast schon ein Mantra. Und manchmal wirkt er wie eine Zauberformel.

Wie bin ich zu dieser Zauberformel gekommen? Und warum wirkt sie eigentlich so gut?

Ich habe diese Formel gar nicht selbst erfunden, sondern ich habe sie geklaut!

Von einer WDR-Journalistin, deren Namen ich nicht einmal mehr kenne. Sie beendete nämlich jede ihrer Reportagen mit dem Satz „Schultern runter, lächeln, atmen“.

Und jedes Mal beim Hören habe ich mich ertappt: Ich hatte meine Schultern hochgezogen, meine Stirn gerunzelt, und mein Atem ging flach – manchmal atmete ich gar nicht!

Jedes Mal musste ich schmunzeln, und habe mich dann selbst korrigiert: die Schultern gelockert, die Mundwinkel hochgezogen und tief in den Bauch geatmet. Und erlebt, wie diese 3 Veränderungen ein so viel besseres Körpergefühl gaben.

 

Kleine Veränderung – große Wirkung!

Und weil es so einfach war und so viel bringt, habe ich dann das Mantra „Schultern runter, lächeln, atmen“ fest in meinen Alltag integriert.

Als Mini-Mini-Pause.

In der Schule vor anstrengenden Unterrichtsstunden, am liebsten, bevor ich in den Klassenraum gehe.

Vor einem schwierigen Gespräch, oder einfach „unauffällig“ in der Konferenz, …

Schalter umlegen: Stress raus – Entspannung rein.

Funktioniert super bei mir!

Warum? Was bewirken diese 3 Erinnerungen?

„Schultern runter“

Wenn du dich gestresst fühlst, verkrampft sich dein ganzer Körper automatisch. Und gerade die Schultern tragen dabei oft die meiste Last.

Das ist reiner Selbstschutz: Du ziehst die Schultern hoch und damit den Kopf ein wegen einer gefühlten Bedrohung. Das kann ein Elterngespräch sein genauso wie der Arbeitsberg auf deinem Schreibtisch oder der Zeitdruck im Unterricht, …

Diese Anspannung, das Schultern-hochziehen, wird irgendwann zur Angewohnheit, auch wenn die „Bedrohung“ gar nicht da ist. Du bekommst Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, …  und das ist dann echter Stress für deinen Körper. Ein Teufelskreis.

Es geht aber auch umgekehrt:

Wenn du bewusst die Schultern lockerst, bekommt dein Gehirn das Körpersignal „Alles ok“. Und so kannst du raus aus dem Stress-Modus.

„Lächeln“

Normalerweise lächeln wir automatisch, wenn wir glücklich sind. Das Gehirn meldet „ich bin glücklich“ und funkt ein entsprechendes Signal: „Mundwinkel hochziehen!“.

Toll ist, dass das auch umgekehrt funktioniert: Wenn du lächelst, bekommt dein Gehirn die Information: „Ich bin glücklich, mir geht’s gut.“ Und dein ganzes System reagiert darauf positiv.

Du kannst dich also selbst aus einem Stimmungstief herausholen, indem du bewusst lächelst.

Forschungen belegen, dass das Gehirn zwischen dem „unechten“ Lächeln und dem echten Lächeln nicht unterscheiden kann. Und so setzen schon nach ein paar Minuten Lächeln die positiven Effekte ein:

  • der Stress wird abgebaut
  • der Herzschlag beruhigt deutlich schneller (als bei gerunzelter Stirn oder normalem Gesichtsausdruck)
  • gesteigerte Kreativität, Denk- & Merkfähigkeit
  • das Immunsystem wird angekurbelt
  • das Schmerzempfinden verringert sich

Eine weitere tolle Nebenwirkung des Lächelns:

Wenn zu einer Aufgabe ein positiver Körperausdruck kommt, bewerten wir die Aufgabe automatisch positiver. Wenn du also am Schreibtisch vor einem Stapel Mathe-Arbeiten sitzt, kannst du bewusst lächeln, um dir die Arbeit zu erleichtern.

Das fällt nicht immer leicht, deshalb hilft dir vielleicht der Bleistift-Trick (aus der Doppel-Episode mit Lisa Mestars)

Klemm dir einen Bleistift zwischen die Zähne, während du arbeitest.

Damit zwingst du dich zum Lächeln.

Lächeln hat noch einen schönen Effekt:

Wenn du lächelst, lächeln andere zurück. Es liegt an den Spiegelneuronen, dass wir gar nicht anders können.

So kommt deine positive Stimmung direkt zu dir zurück. Und vielleicht löst du sogar eine Welle des Lächelns aus – im Lehrerzimmer, auf dem Schulflur, …

 

„Atmen“

So viele Sprichwörter ranken sich um den Atem: „Mir bleibt die Luft weg!“ – „Da musste ich erstmal nach Luft schnappen!“

Diese Aussprüche machen ganz deutlich, wie der Körper auf Stress reagiert: Wir atmen flacher oder halten sogar die Luft an.

Wenn du nicht bis in den Bauch atmest oder flach und hektisch ein- und ausatmest, schaukelt sich das Stressempfinden weiter hoch.

Dein Körper wird nicht mit genügend Sauerstoff versorgt, außerdem atmest du auch das CO2 nicht richtig aus. Dadurch lässt deine Gehirnleistung nach. Das alles ist besonders dann schlecht, wenn du gerade in einer Situation steckst, in der du eigentlich einen kühlen Kopf brauchst.

Zum Beispiel, um Prioritäten zu setzen: erst das Abendessen kochen oder erst den Unterricht vorbereiten?

Dein Atem spiegelt also direkt wider, wie es dir geht.

Und die gute Nachricht ist:

Der Atem ist die einzige Funktion des vegetativen Nervensystems, die du bewusst steuern kannst! Du hast keinen Einfluss auf deinen Herzschlag und deine Verdauung, aber du kannst bewusst langsamer atmen.

Und dann passiert etwas ganz ähnliches wie beim bewussten Lächeln:  dein ruhiger Atem meldet dem Gehirn „Alles ok.“ Und so wird Entspannung möglich.

Du kannst deinen Atem als Anker nutzen, genauso wie es auch im Yoga und bei der Meditation geschieht. Du fokussierst dich damit auf deinen Körper, beruhigst dich selbst und kommst im Moment an.

Um dich aus einer stressigen Situation „herauszuatmen“, kann es hilfreich sein, wenn du beim Ein- und Ausatmen zählst. Dabei sollte beides mindestens gleich lang sein. Besonders gut ist es, wenn du die Ausatmung etwas verlängerst. Dadurch bekommt dein Körper ein stärkeres Entspannungs-Signal.

Diese bewusste, langsame, tiefe Bauchatmung kannst du immer und überall üben und nutzen: in der Konferenz, aber auch beim Fernsehen und beim Autofahren.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Und denk immer dran:

Schultern runter, lächeln, atmen …

Deine Martina

 

 

 

 

 

 

Die Kunst der kleinen Pause -

Aktive Selbstfürsorge durch Embodiment

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

Termin:  auf Anfrage

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

Ja, ich möchte mich/ Wir möchten uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.

Mind full oder mindful? -

Achtsamkeit im (Schul)- Alltag

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

Termin:  30.11.2020, 15-17 Uhr

Ort:  Zoom-Konferenz

Spezialpreis: 20 € pro Person inkl. Materialpaket

Danke an den VBE für die Unterstützung!

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

Ja, ich möchte mich/ Wir möchten uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.

Positive Psychologie -

Stärkung im Schulalltag!

Offene Veranstaltung für Einzelpersonen

(2 Stunden)

Termin:  In Planung (Warteliste)

Ort:  Zoom-Konferenz

Preis: 45 € pro Person inkl. Materialpaket

 

Preise für Institutionen: Auf Anfrage

Ja, ich möchte mich/ Wir möchten uns für diesen Workshop anmelden. Nach Absenden meiner Daten erhalte ich weitere Informationen per Mail.